Südossetien sucht Kontakt zu Brasilien

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Abenteurer und nun auch Diplomat: Andrej Tibilow
Abenteurer und nun auch Diplomat: Andrej Tibilow

Zchinwal/Brasília. Präsident und Außenminister des kleinen Kaukasuslandes Südossetien haben mit dem Beauftragten der Regierung für Brasilien den Ausbau der Beziehungen zu dem südamerikanischen Land besprochen. Nach Angaben des Außenministeriums traf sich der Präsident der von Georgien abtrünnigen Republik, Anatolij Bibilow, mit Andrej Tibilow, der südossetische Interessen in Brasilien vertritt. Tibilow berichtete, wie er Kontakte zu Politik- und Wirtschaftsgruppen in dem südamerikanischen Land knüpft. Das Staatsoberhaupt lobte die Aktivitäten Tibilows und betonte, dass der Ausbau der Beziehungen Südossetiens zu Lateinamerika eine Priorität des international kaum anerkannten Landes sei.

Bisher haben in Lateinamerika lediglich Venezuela und Nicaragua die Unabhängigkeit der Regierung in Zchinwali anerkannt. In der Dominikanischen Republik, Ecuador und Peru wurde eine Anerkennung diskutiert, fand jedoch keine Mehrheit. Seit dem Wahlsieg des mehr auf Eigenständigkeit von Russland setzenden Anatolij Bibilow vor zwei Jahren hat die abtrünnige Kaukasusrepublik ihre Auslandsaktivitäten verstärkt. Der Präsident und sein Außenminister, Dimitrij Medojew, reisten dafür mehrmals nach Venezuela und Nicaragua.

Andrej Tibilow war 1989 als Dokumentarfilmer nach Brasilien gereist. Die Dreharbeiten und Recherchen in dem lateinamerikanischen Land zogen sich mehr als anderthalb Jahre hin. Währenddessen zerfiel die Sowjetunion und Tibilow blieb in Brasilien. Er betreibt eine Reiseagentur und ist seit sechs Jahren der offizielle Vertreter des südossetischen Außenministeriums in Brasília.

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