Nicaragua eröffnet Honorarkonsulat auf der Krim

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Die völkerrechtliche Zugehörigkeit der Halbinsel Krim ist international umstritten.
Die völkerrechtliche Zugehörigkeit der Halbinsel Krim ist international umstritten.

Managua, Moskau. Das mittelamerikanische Land Nicaragua eröffnet eine offizielle diplomatische Vertretung auf der seit 2014 zu Russland gehörenden Halbinsel Krim. Dies teilte die russische staatliche Nachrichtenagentur TASS mit. Das Honorarkonsulat wird das erste seiner Art auf der Krim sein, seitdem diese aus der Ukraine ausschied und zu Russland wechselte.

Die Aufgabe des Honorarkonsuls für das zentralamerikanische Land übernimmt der russische Vizeadmiral Oleg Belanwentsew, der namentlich auf verschiedenen Sanktionslisten der Europäischen Union (EU) und der USA steht.

Die Regierung der Ukraine hat Nicaragua aufgefordert, den Schritt zurückzunehmen und Sanktionen gegen das Land vorbereitet. Der nicaraguanische Botschafter in Moskau, Alba Azucena Torres, besuchte jüngst die Krim, um die Eröffnung des Honorarkonsulats vorzubereiten.

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Nicaragua und Kuba haben als einzige lateinamerikanische Staaten den Wechsel der Krim zu Russland anerkannt. Bei einer Abstimmung in der UN-Vollversammlung stimmten neben Kuba und Nicaragua auch Bolivien und Venezuela gegen eine Verurteilung Russlands in der Krimkrise des Sommers 2014. Argentinien, Brasilien und eine Reihe weiterer Staaten Mittel- und Südamerikas enthielten sich in dem wichtigen Forum der Vereinten Nationen.

Mit der Etablierung von ausländischen diplomatischen Vertretungen versuchen verschiedentlich Regierungen, die Zugehörigkeit von völkerrechtlich umstrittenen Gebieten zu ihren eigenen Staaten zu untermauern. Vergangenes Jahr sorgte die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem für eine internationale Krise. Dieses Jahr führte die Eröffnung von Konsulaten verschiedener afrikanischer Staaten in dem von Marokko annektierten Westsahara für diplomatische Probleme.

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