Peru / Politik

Präsidentschaftswahl in Peru: Linke Kandidatin punktet in TV-Debatte

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Verónika Mendoza bedankt sich nach der Wahldebatte für den großen Zuspruch (Screenshot)
Verónika Mendoza bedankt sich nach der Wahldebatte für den großen Zuspruch (Screenshot)

Lima. In Peru hat eine Debatte zwischen fünf Favoriten für das Präsidentschaftsamt stattgefunden. Die Kandidaten präsentierten am vergangenen Sonntag ihre Vorschläge zu Themen wie Korruptionsbekämpfung, Pandemie, Sicherheit und anderen Feldern von Interesse. Laut Zuschauerbefragungen ging dabei die progressive Kandidatin Verónika Mendoza als Siegerin hervor. Die Wahlen finden am 11. April statt.

Neben Mendoza (Juntos por el Perú, Gemeinsam für Peru) nahmen die in den Umfragen vorne liegenden Yonhy Lescano (Acción Popular, Volksaktion), George Forsyth (Avanza País. Fortschritt für das Land), Keiko Fujimori (Fuerza Popular, Volkskraft) sowie Daniel Urresti (Podemos Perú, Wir können, Peru) teil. Der ebenfalls als Favorit gehandelte Rechts-Kandidat, Rafael López Aliaga (Renovación Popular, Volkserneuerung, RP), zog es vor, dieses Treffen trotz Einladung zu meiden.

Zu Beginn der Debatte kritisierten die Kandidaten die Regierungsprogramme ihrer Konkurrenten, ohne Details über ihre eigenen Plänen anzubieten. In diesem Sinne kritisierte die rechtsgerichtete Fujimori den Plan von Yonhy Lescano und bezeichnete ihn als "populistisch" und den Plan von Verónika Mendoza als "linksradikal".

Ex-General Urresti wiederholte seinerseits, dass andere Kandidaten seinen Regierungsplan kopierten, während Lescano die Bevölkerung aufforderte, nicht an Vorschläge zu glauben, die nicht erfüllt werden könnten. Der 38-jährige Forsyth wies darauf hin, dass die Menschen nicht für "die gleichen alten Kandidaten" stimmen sollten.

Nach dem Ende der Debatte wählten die Zuschauer den Gewinner über einen QR-Code, der auf den Bildschirmen des Senders erschien. Nach der Abstimmung war Verónika Mendoza die Gewinnerin der Debatte, sie erhielt 34,2 Prozent der Zuschauerstimmen. An zweiter Stelle lag George Forsyth mit 22 Prozent der Stimmen und an dritter Stelle Yonhy Lescano mit 21,1.

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Diese Statistiken sind unabhängig von den jüngsten Wahlumfragen: Die Umfragewerte der Meinungsforscher Datum, IEP, Ipsos Peru und CIP zeigen Yohny Lescano als den favorisierten Kandidaten. Seit Anfang März liegt er souverän auf dem ersten Platz. Laut der aktuellen Datum-Umfrage stieg seine Zustimmung in den letzten vierzehn Tagen von 13 auf 14 Prozent.

Inzwischen kämpfen drei Kandidaten fast gleichauf um den zweiten Platz. Der Unternehmer López Aliaga (9 Prozent), der Ex-Profifußballer Forsyth (acht Prozent) und die Präsidententochter Fujimori (acht Prozent) haben gute Chancen auf einen Einzug in die Stichwahl. Mendoza kommt lediglich auf sechs Prozent, erreicht unter den ärmsten Wählern allerdings Platz zwei.

Neben den Präsidentschaftswahlen finden am 11. April auch Parlaments- und Andenparlamentswahlen statt. Ein aktueller Bericht der Zeitung El Comercio warnte, dass die Lebensläufe von insgesamt 353 Kongresskandidat:innen Adressen registriert haben, die außerhalb der Wahlbezirke liegen, für die sie kandidieren.

Dazu gehört zum Beispiel der Fall zweier Kandidatinnen von RP, die Schwestern sind und sogar im selben Haus wohnen: Nelly Barrientos und Yully Barrientos leben beide in Los Olivos (Lima) und kandidieren für die Regionen Tumbes bzw. Cusco. Eine Sprecherin der Partei räumte in den von dieser Zeitung aufgezeigten Fällen einen "Fehler" im Filter ihrer Partei ein und forderte die Wähler auf, andere Kandidat:innen zu wählen.

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