Brasilien / Wirtschaft

Mehrheit der CO2-Emissionen im Straßenverkehr Brasiliens durch Diesel

Brasília. Die Kohlendioxid-Emissionen von Dieselkraftstoff tragen mit 53 Prozent der Gesamtemissionen des Straßenverkehrs in Brasilien weit mehr Anteil an den Schadstoffemissionen als bislang angenommen. Dies geht aus der vom Institut für Energie und Umwelt (IEMA) diese Woche vorgestellten ersten landesweiten Bestandserhebung hervor, aus der die Tageszeitung Estado de São Paulo in ihrer Freitagausgabe zitiert. Demnach würden im Verkehrsbereich Brasiliens 26 Prozent der CO2-Emissionen auf Benzin fallen.

Da Diesel in Brasilien in PKWs keine Verwendung findet, sondern ausschließlich im Transportwesen wie Bussen, LKW oder Landwirtschaft verbraucht wird, zeigten sich die Forscher überrascht über den unerwartet großen Anteil an Kohlendioxidemissionen durch Diesel. Hinzu komme, so die Experten des IEMA, dass Dieselkraftstoff in Brasilien noch immer einen sehr hohen Schwefelanteil aufweise. Eigentlich hätte ab 2009 schwefelarmer Diesel eingeführt werden sollen, dies war jedoch am Widerstand von Lobbygruppen gescheitert. Ab 2012 soll nach Auskunft des staatlichen Ölkonzerns Petrobras der Schwefelanteil im Dieselkraftstoff auf 50 Teilchen je Million gesenkt werden, so die Zeitung.

Dem Bericht nach sind die CO2-Emissionen im brasilianischen Verkehrswesen von 65 Millionen Tonnen im Jahr 1980 auf 167,1 Millionen Tonnen CO2 im Jahre 2009 angestiegen. Die IEMA prognostiziert in ihrer Bestandserhebung einen Anstieg der Anzahl der Transportfahrzeuge von 38,2 Millionen im Jahre 2009 auf 48,7 Millionen Fahrzeuge im Jahre 2020. Den Schätzungen zufolge würden diese dann 267,5 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen.

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