Kupferarbeiter in Chile beginnen mit Streik

Santiago de Chile. Etwa 17.000 Arbeiter des staatlichen chilenischen Kupferkonzerns Codelco sind am Montag in einen Streik getreten, um gegen eine mögliche Privatisierung des weltweit größten Branchenunternehmens zu protestieren. Vorgesehen ist eine zentrale Kundgebung gegenüber dem Regierungspalast La Moneda. Dabei wollen sich die Kupferarbeiter gemeinsam mit der Lehrervereinigung und den Studentenverbänden für die Renationalisierung des Erzes einsetzen.

"Das wichtigste Unternehmen dieses Landes ist in Gefahr und das werden wir nicht hinnehmen, wir müssen das Erbe Chiles verteidigen", bekräftigte der Vorsitzende der nationalen Kupfergewerkschaft, Raimundo Espinoza. Nach Meinung des Gewerkschaftsfunktionärs passt die Privatisierungsabsichten der aktuellen Regierung zum Denkschema der Rechten, nach dem nur das Private effizient sei.

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Der Gewerkschafter Cristián Cuevas befürchtet, dass es zu einer verdeckten Privatisierung kommt, bei der das Unternehmen zunächst heruntergewirtschaftet wird, um es dann zu verkaufen. Cuevas pflichtete dem chilenischen Ökonomen Julián Alcayaga bei, der angesichts des 2010 beobachteten Kupferpreises keine Erklärung dafür hat, warum Codelco im Vergleich zu früheren Jahren einen derartigen Einnahmerückgang zu verzeichnen hat.

Der Streik fällt mit dem 40. Jahrestag der Nationalisierung des Kupfers durch die Regierung von Präsident Salvador Allende zusammen. Inzwischen hat die vom Militärregime unter Pinochet begonnene und von späteren Regierungen vertiefte Denationalisierung dazu geführt, dass heute 70 Prozent des Kupfers von großen privaten Minengesellschaften gefördert werden.

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