Chile / Menschenrechte

Polizist stirbt bei gewaltsamer Aktion gegen Mapuche-Gemeinde in Chile

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Bericht der Tageszeitung El Mostrador
Bericht der Tageszeitung El Mostrador

Temuco, Chile. Am Morgen des 2. Aprils haben gewaltsame Übergriffe von Polizeieinheiten auf die Mapuche-Gemeinde Wente Winkul Mapu im Süden Chiles stattgefunden. Panzer und Polizeifahrzeuge blockierten nach lokalen Medienangaben die Hauptzufahrtsstraßen. Währendessen durchsuchten und zerstörten Spezialeinheiten den größten Teil der Häuser, setzten Tränengas ein und nahmen drei Mapuche fest. Die Inhaftierten wurden als Juana Montoya Levinao (26 Jahre), Albertina Levinao Huentenao (40 Jahre) und Rodrigo Montoya Levinao (18 Jahre) identifiziert. Einer der Vorwürfe lautet auf illegalen Waffenbesitz.

Nach dem Polizeieinsatz sollen aus einem nahe gelegenen Waldstück Schüsse auf die abrückenden Spezialeinheiten abgegeben worden sein. Ein Unteroffizier der Spezialeinheit, Hugo Albornoz Albornoz, wurde von einer Neun-Millimeter-Kugel getroffen und verstarb noch am Abend desselben Tages im Krankenhaus von Temuco. Ein weiterer Unteroffizier wurde verletzt.

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Die Mapuche verurteilen das brutale Vorgehen bei der Durchsuchung und fürchten nach dem Tod des Polizisten schlimme Folgen für ihre Gemeinden.

Die indigene Gemeinde Wente Winkul Mapu befindet sich im Prozess der Wiedererlangung von Land, dessen sich drei große Forstunternehmen und der Großgrundbesitzer Juan de Dios Fuentes bemächtigt hatten.

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