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03.10.2007 Venezuela

Angriff und Dialog

Venezuelas Außenminister kritisiert Washington und ist trotzdem gesprächsbereit

New York. Der venezolanische Außenminister Nicolas Maduro hat am Dienstag bei auf der UN-Vollversammlung erneut die US-Außenpolitik scharf kritisiert.

Der Chef der venezolanischen Diplomatie bezichtigte Washington, den Iran wegen des "kriegstreibenden Wahnsinns" des US-Präsidenten George W. Bush zu verteufeln. Laut Maduro sind die iranische Regierung und das Volk von Iran Opfer einer Kampagne geworden, die von jenen Eliten geführt wird, die die USA regieren. Die Anwesenden fragte der Venezolaner, ob sie sich bewußt seien, wohin die US-Iranpolitik führen könnte, wenn diese selbst den Einsatz militärischer Mittel nicht ausschlösse. "Wir können die Verteufelungskampagne noch rechtzeitig stoppen", versicherte Maduro, der die Bildung einer internationalen Allianz gegen den Kriegskurs der USA anregte.

Der Iran gehört zu den strategischen Partnern der venezolanischen Außenpolitik. Erst kürzlich hat der venezolanische Präsident Hugo Chávez das Recht des Irans verteidigt, ein Programm zur friedlichen Nutzung der Atomenergie zu betreiben.

Am Montag war Maduro in New York mit mit dem Untersekretär des US-State Departements für Lateinamerika, Thomas Shannon, erstmalig zusammengetroffen. Aus Kreisen der südamerikanischen Delegation hieß es, das Treffen sei "sehr herzlich" gewesen. Unter anderem hätten beide Seiten über einen offiziellen Besuch von Shannon in Venezuela gesprochen. Maduro erklärte gegenüber der staatlichen spanischen Nachrichtenagentur EFE, die Zusammenkunft mit dem US-Amerikaner sein "im allgemeinen positiv" verlaufen. Washington habe um dieses Gespräch gebeten, fuhr der venezolanische Minister fort. Dabei sei es neben bilateralen Themen auch um den Austausch der unterschiedlichen Standpunkte bezüglich des humanitären Abkommens in Kolumbien gegangen. Präsident Chávez versucht gerade, einen Gefangenenaustausch zwischen der kolumbianischen Regierung, der Guerrillaorganisation FARC und den USA zu vermitteln.

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