DruckversionEinem Freund senden
30.09.2008 Brasilien / Südamerika

Regionaler Gipfel in Brasilien

Die Präsidenten von Bolivien, Brasilien, Ecuador und Venezuela treffen sich in Manaos. Themen sind die Finanzkrise in den USA und regionale Integrationsprojekte

Manaus. Heute trafen sich Lula Da Silva und die Präsidenten Evo Morales (Bolivien), Rafael Correa (Ecuador) und Hugo Chávez (Venezuela) in der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Amazonien. Anlass für das Treffen ist der Abschluss eines regionalen Entwicklungsvertrages und die Planung einer Straßenverbindung zwischen den vier Staaten. Das Treffen wird bestimmt von der Finanzkrise der westlichen Staaten. Vor dem Treffen wies der venezolanische Präsident Hugo Chávez darauf hin, dass die venezolanische Börse bisher kaum von der Krise betroffen ist, weil das Land weitgehend unabhängig von den internationalen Finanzmärkten agiere.

"Die unipolare Weltordnung bricht zusammen, der Kapitalismus ist schwer erschüttert." Der Regierungschef will das Treffen in Manaos nutzen, um die Projekte zur lateinamerikanischen Integration zu beschleunigen. Insbesondere die Banco del Sur müsse gestärkt werden. Bisher würden Bürokratie und technische Aspekte die Arbeitsfähigkeit verzögern. "Um unsere Auslandsreserven zu sichern, die Entwicklung unserer Länder zu gewährleisten und uns von diesem unheilvollen neoliberalen System abzukoppeln, das die Welt zerstört."

Das Treffen zwischen Lula da Silva und Hugo Chávez fand bisher turnusmäßig alle vier Monate statt. Mit diesem Treffen kommen auch die Präsidenten Ecuadors und Boliviens dazu. In beiden Ländern hatten die linken Präsidenten in den letzten Wochen wichtige Erfolge erzielt. Am Wochenende war in Ecuador die neue Verfassung angenommen worden und in Bolivien hatte Evo Morales im August ein Abwahlreferendum gewonnen und mit Unterstützung des südamerikanischen Staatenbundes UNASUR einen Putschversuch überstanden.


mit Material von:

YVKE Telesur

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr