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30.04.2010 International

Aufruf zu Gegengipfel Enlazando Alternativas 2010

Alternativgipfel ruft zur Beteiligung und Unterstützung sozialer Bewegungen auf. "Tribunal der Völker" im Zentrum
Aufruf zu Gegengipfel Enlazando Alternativas 2010

Logo des 4. Alternativgipfels

Madrid. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Am 15. und 16. Mai werden in der spanischen Hauptstadt Madrid die Aktivitäten europäischer Konzerne in Lateinamerika auf einem "Tribunal der Völker" verhandelt. Das symbolische Gericht findet im Rahmen des inzwischen 4. Gegentreffens zum offiziellen EU-Lateinamerika-Gipfel statt. Auch in diesem Jahr steht die Zusammenkunft der sozialen Bewegungen unter dem Motto Enlazando Alternativas - Alternativen verknüpfen.

Wie bei den Tribunalen der vergangenen Jahre soll auch die vierte Verhandlung die Vergehen transnationaler Konzerne öffentlich machen. Nicht nur Verstöße gegen Umweltstandards und Menschenrechte werden offen benannt und belegt, sondern auch die Schuldigen. Als Verursacher von Menschrechtsverletzungen, Umweltvergiftung und Ressourcenraub in Lateinamerika öffentlich angeklagt zu werden, macht den Konzernen natürlich Schwierigkeiten. Nach dem letzten Tribunal vor zwei Jahren etwa musste der deutsche Konzern ThyssenKrupp Rechenschaft für seine Geschäftsmethoden in Brasilien ablegen, wo er gegen den Widerstand der lokalen Bevölkerung ein gigantisches Stahlwerk errichtet.

Enlazando Alternativas, zugleich ein Netzwerk europäischer und lateinamerikanischer Gruppierungen, organisiert den Widerstand gegen Missbrauch transnationaler Konzerne seit mehreren Jahren. Die Anprangerung der rundum negativen Konsequenzen der so genannten Freihandelsverträge sowie die Vernetzung und Stärkung der Protestbewegungen in beiden Kontinenten stehen im Vordergrund.

Gleichzeitig wird die Komplizenschaft der EU bei der neoliberalen Ausbeutung aufgedeckt. Dank der Beihilfe der EU Staaten auf höchster Ebene gelingt es den europäischen Konzernen zunehmend, ihre Interessen in Lateinamerika durchzusetzen. Dienstleistungen etwa wurden in lateinamerikanischen Staaten gezielt privatisiert und unter europäische Kontrolle gebracht. Auch in Madrid sollen neue "Freihandelsvertrage" und "Assoziierungsabkommen" zwischen der EU und lateinamerikanischen Staaten unterzeichnet werden.

Im Gipfelaufruf von Enlazando Alternativas werden die negativen Folgen für Menschen in beiden Kontinenten aufgezählt und die Verantwortlichen benannt. Gruppen oder Einzelpersonen können sich auf der Homepage über Hotels, Programm und weiteres informieren

Amerika21.de-Mitarbeiterin Ruth Thon ist Mitglied im Vorbereitungskomitee für Enlazando Alternativas in Deutschland.


Bildquelle: enlazandoalternativas.org

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15.04.2010 Nachricht von Harald Neuber