Bolivien

Die "Doppelmoral" der OAS in Bolivien

Die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina berichtet heute von Kritik von Wählern und Analysten an der "Doppelmoral" der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) bezüglich des Verzichts auf Verbreitung vorläufiger Ergebnisse. Dies hatte das bolivianische Wahlgericht (TSE) gestern entschieden. Die OAS unterstütze diese kurzfristige Änderung des Prozedere und halte es nun für unnötig, vorläufige Informationen der Stimmenzählung bereitzustellen.

2019 hätte die US-freundliche Regionalorganisation normale Auszählungsverzögerungen, die der Geografie des Landes und unterschiedlicher Infrastruktur geschuldet sind, dazu genutzt, die Wahlen als betrügerisch zu bezeichnen.

Die Absage der Schnellauszählung vermeide nun, die gleichen technischen Verläufe zu reproduzieren, die das damalige Verdikt der OAS erneut auf den Prüfstand stellen würden.

Seither bestätigten Studien des Zentrums für wirtschaftliche und politische Forschung (CEPR), des Massachusetts Institute of Technology (MIT), der Universitäten von Pennsylvania, Tulane und Michigan sowie der New York Times die Haltlosigkeit des damaligen OAS-Urteils.

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