Bolivien / Politik

In Bolivien werden heute auch Vertreter indigener Organisationen gewählt

Heute werden in Bolivien neben den 123 Parteikandidaten für das Abgeordnetenhaus auch sieben indigene Vertreter über spezielle Listenplätze gewählt. "Die indigenen Kandidaten werden unabhängig von Parteilisten von indigenen Organisationen aufgestellt und gemäß deren eigenen Normen und originären Abstimmungsverfahren nominiert", wie Miguel Vargas, Direktor des Zentrums für Juristische Studien und Sozialforschung (CEJIS), gegenüber amerika21 erläutert. Die sieben Sitze seien ein Ergebnis der verfassunggebenden Versammlung im Jahr 2009. Erstmals konnten bei den Wahlen 2010 sieben indigene Vertreter ohne Parteizugehörigkeit ins Abgeordnetenhaus einziehen. Allerdings seien laut Vargas die Abstimmung und Nominierung auf den ländlichen Raum beschränkt. Indigene in den Städten wird kein zusätzlicher Wahlzettel für indigene Vertreter ausgehändigt.

Bolivien ist das Land mit dem höchsten Anteil an indigener Bevölkerung in Lateinamerika. Bei 11,5 Millionen Einwohnern bekennen sich 62 Prozent einem indigenen Volk oder einer indigenen Nation zugehörig. 36 indigene Sprachen werden nach wie vor aktiv gesprochen. "Aus diesem Grund hatte der Zusammenschluss indigener Völker des Tieflands (CIDOB) im Verfassungsprozess 36 spezielle Sitze im Parlament gefordert, die schließlich auf sieben heruntergehandelt wurden", kommentiert Vargas.

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