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13.03.2013 Venezuela / Politik

Internationale Kommission soll Erkrankung von Chávez untersuchen

Übergangspräsident Maduro im Interview mit dem lateinamerikanischen Fernsehsender Telesur

Übergangspräsident Maduro im Interview mit dem lateinamerikanischen Fernsehsender Telesur

Caracas. Der Übergangspräsident Venezuelas, Nicolás Maduro, hat die Bildung einer internationalen Kommission angekündigt, die den Tod von Hugo Chávez untersuchen soll.

Die Regierung bereite ein entsprechendes Gremium vor, an dem die besten internationalen Wissenschaftler beteiligt sein sollen, "um die Krankheit zu untersuchen, die den Tod unseres Kommandanten Chávez verursacht hat", sagte Maduro am vergangenen Montag in einem Interview mit dem lateinamerikanischen Fernsehsender Telesur.

Die Regierung wolle keine voreiligen Schlüsse ziehen, halte es aber nicht für ausgeschlossen, dass der frühere Präsident von "unbekannten Akteuren vergiftet wurde", die ihn beseitigen wollten. Dies sei womöglich mit dem Ziel geschehen, "die Bolivarische Revolution zu zerstören und Lateinamerika und der Karibik einen Rückschlag zuzufügen". Man werde die Wahrheit herausfinden, sagte Maduro.

Chávez, der am 5. März 2013 nach zweijähriger Krebserkrankung verstarb, hatte mehrfach Todesdrohungen erhalten. Die Art der Krebserkrankung sowie der Verlauf seiner Erkrankung seien völlig untypisch gewesen, so Maduro, der dies als Indiz für eine äußere Beeinflussung interpretierte. Er verwies auf bekannt gewordene Versuche in Laboratorien der USA und anderer Länder, bei denen seit Jahrzehnten neuartige Krankheitserreger und Wege zur Krankheitsübertragung entwickelt wurden, unter anderem auch, um Krebs hervorzurufen.

Die aus Venezuela stammende US-amerikanische Rechtsanwältin Eva Golinger habe deshalb die Freigabe aller Dokumente von CIA, Pentagon und US-Außenministerium über die Krankheit von Hugo Chávez beantragt, so Maduro weiter.

Der Verdacht, dass die Erkrankung von Hugo Chávez gezielt durch Vergiftung hervorgerufen wurde, wird sowohl in Venezuela wie in anderen Ländern immer wieder geäußert. Verwiesen wird dabei auf Erkenntnisse über die biologische Kriegsführung der USA unter anderen gegen den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro. Zuletzt hatte der Präsident Boliviens, Evo Morales geäußert, es sei "so gut wie sicher, dass Chávez vergiftet wurde".

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