Zunahme von Sexualverbrechen in Brasilien

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Präsidentin Rousseff fordert ein Ende der Straflosigkeit bei Fällen von Gewalt gegen Frauen
Präsidentin Rousseff fordert ein Ende der Straflosigkeit bei Fällen von Gewalt gegen Frauen

Brasília. Die Präsidentin Brasiliens, Dilma Rousseff, hat den Anstieg sexualisierter Gewalt in dem südamerikanischen Land als "alarmierend" bezeichnet. Sie nahm damit Bezug auf eine vom brasilianischen Institut für öffentliche Sicherheit in der vergangenen Woche veröffentlichte Studie. Nach dieser waren die Zahlen sexualisierter Verbrechen in Brasilien im Jahr 2012 mit 50.617 registrierten Vergewaltigungen um rund 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Damit hat es laut der Studie im vergangenen Jahr mehr Vergewaltigungen als Morde gegeben. Auch die Mordrate stieg mit 47.136 Morden um 7,6 Prozent.

In den Bundesstaaten Roraima, Rondônia und Santa Catarina kam es der Studie zufolge zu den meisten Vergewaltigungen. Präsidentin Rousseff sagte, dass die in der Studie gesammelten Daten jedoch nicht die Realität in ihrer Gesamtheit wiederspiegeln kann, da nur von Opfern angezeigte Fälle in die Studie einbezogen wurden. "Die Gewalt gegen Frauen ist eine Schande, die die brasilianische Gesellschaft überwinden muss. Dafür ist ein Ende der Straflosigkeit der Täter, der entschiedene Kampf gegen sexistische Vorurteile, der Respekt von Unterschieden und die Hilfe und Betreuung der Opfer notwendig“ äußerte Rousseff auf ihrem Twitter-Profil.

Darüber hinaus kündigte Rousseff ein Programm zur Einführung von sogenannten "Frauenhäusern“ an. Die Häuser sollen in allen Bundesstaaten des Landes entstehen und neben der Bereitstellung psychosozialer Unterstützung der Opfer mit juristischen und zivilgesellschaftlichen Institutionen zusammenarbeiten.

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