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Nestlé-Arbeiter in Kolumbien ermordet

Oscar López Triviño, Nestlé-Arbeiter und Sinaltrainal-Aktivist, wurde am Samstag erschossen

Oscar López Triviño, Nestlé-Arbeiter und Sinaltrainal-Aktivist, wurde am Samstag erschossen

Bugalagrande, Kolumbien. Am Samstag ist der Nestlé-Arbeiter und Gewerkschafter Oscar López Triviño in Bugalagrande erschossen worden. Vorausgegangen waren Morddrohungen, die zwei Gewerkschaftsführer der bei Nestlé aktiven Lebensmittelgewerkschaft Sinaltrainal am Tag zuvor per SMS erhielten. Darin stand: "Guerilleros, Hurensöhne, die ihr noch immer Nestlé belästigt, jetzt gibt's kein Pardon mehr, wir zerstückeln euch, Tod allen Kommunisten von Sinaltrainal." Unterzeichnet war die Drohung von der paramilitärischen Organisation "Los Urabeños".

Der Mord an Triviño, der seit 25 Jahren bei Nestlé Kolumbien gearbeitet hatte, geschah während des Hungerstreiks, den Sinaltrainal-Gewerkschafter am 5. November vor der Nestlé-Fabrik in Bugalagrande begonnen haben. Hintergrund ist ein lange dauernder Arbeitskonflikt. Nestlé hat die Gespräche mit der Gewerkschaft vor mehreren Monaten einseitig abgebrochen und weigert sich, den am 22. Juni 2012 unterzeichneten Gesamtarbeitsvertrag umzusetzen. Sinaltrainal fordert die Einhaltung des Vertrages und ein Ende der Hetze gegen die Gewerkschaft. Dieser Streik begann bereits am 10. Oktober und wurde aufgrund von Drohungen gegen Sinaltrainal unterbrochen, jedoch am 5. November wieder aufgenommen. Die Firmenleitung von Nestlé verweigert nach wie vor jedes Gespräch und warf stattdessen den hungerstreikenden Gewerkschaftern vor, "gewaltsame Demonstrationen und Aktionen gegen den guten Namen der Firma und die Qualität der Produkte" durchzuführen.

Sinaltrainal fordert nun vom Generalstaatsanwalt Kolumbiens die Aufklärung des Mordes an Triviño und die Bestrafung der Verantwortlichen. Der Kampf der Arbeiter in Kolumbien dürfe nicht länger mit dem Leben von Gewerkschaftern bezahlt werden. "Eine verantwortungsvolle Haltung, die offen für den Dialog und die Achtung der Rechte der Arbeiterklasse und der Gemeinden ist, würde sehr helfen, solche tragischen Ereignisse zu vermeiden", heißt es in einer Stellungnahme.

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