Karibik / Umwelt

Gesundheitsprobleme durch Klimawandel in der Karibik

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Überschwemmungen auf den Karibikinseln verwandeln sich in "toxische Brühen"
Überschwemmungen auf den Karibikinseln verwandeln sich in "toxische Brühen"

Roseau, Dominica. In der Karibik steigt die Sorge über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit der Bevölkerung. Dr. David John, Oberster Gesundheitsbeamter der Antilleninsel Dominica, sagte unlängst, der Klimawandel beeinflusse auch die Ausbreitung von Denguefieber, Leptospirosis und Atemwegserkrankungen. Schon imJahr 2012 hatte der Gesundheitsminister von Barbados wegen der Zunahme von Leptospirosis-Infektionen Alarm geschlagen. Auch Fälle von Denguefieber sind in den letzten Jahren vermehrt auf Inseln wie Dominica, Barbados, Trinidad und Tobago und Puerto Rico vorgekommen. Die Regierung von Dominica hat nun angekündigt, bei der UN-Weltorganisation für Meteorologie Hilfe anzufordern.

Dr. Dave Chadee, Professor für Umweltgesundheit an der Universität der Westindischen Inseln auf Trinidad und Tobago, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur IPS, es gebe reichlich Beweise dafür, dass klimaanfällige Krankheiten sich immer mehr in der Region ausbreiten. Als Faktoren nennt er unter anderem die Hitzewellen und verschlechterte Luftqualität.

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Unterstützt wird er von der Repräsentantin der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen in Guyana, Dr. Lystra Fletcher-Paul. Sie erklärt die Auswirkungen vom Klimawandel am Beispiel von Dürren. Während einer Dürre werden die Felder mehr gewässert. Das Bewässerungswasser ist oft mit Pestiziden oder anderen Chemikalien verseucht. Das kann zu Gesundheitsproblemen führen. Laut Chadee werden vornehmlich die Armen von dem Klimawandel betroffen sein, insbesondere durch den Anstieg des Meeresspiegels – wenn beispielsweise Meerwasser die Felder überschwemmt und sie unfruchtbar macht. "Wenn die Armen in der Karibik nicht mehr in der Lage sind, ihr Nahrung selbst zu produzieren, bekommen wir große Gesundheitsprobleme", so Chadee.

Überschwemmungen sind in der Karibik ein zunehmendes Problem. Starke Regenfälle im Dezember haben die Inseln St. Vincent und Grenadinen, St. Lucia und Dominica überflutet. Das Wasser, das durch die Straßen rinnt, nimmt schnell Giftstoffe auf. Auf vielen Inseln benutzt die Bevölkerung noch Latrinen. Diese "toxische Brühe" verschmutzt nicht nur die Infrastruktur auf den Inseln, sondern verunreinigt, wenn sie zurück ins Meer fließt, die Strände und die Fischereizonen.

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