Mexiko / Politik

Demonstrationen in Mexiko für Freilassung von "El Chapo"

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Demonstration nach der Verhaftung Guzmans im Januar 2014 in Guamúchil: "Sinaloa unterstützt dich und ist mit dir, Chapo"
Demonstration nach der Verhaftung Guzmans im Januar 2014 in Guamúchil: "Sinaloa unterstützt dich und ist mit dir, Chapo"

Sinaloa/Durango, Mexiko. Nach der Festnahme von Joaquín "El Chapo" Guzman ist es in mehreren Städten der Bundesstaaten Sinaloa und Durango zu Demonstrationen für seine Freilassung und gegen eine mögliche Auslieferung an die USA gekommen. Guzman gilt als Kopf des sogenannten Sinaloa-Kartells. Die US-amerikanische Zeitschrift Forbes platzierte ihn auf Platz 67 der weltweit mächtigsten Personen. Er war am 22. Februar in einem Hotel in der Hafenstadt Mazatlán von Angehörigen der mexikanischen Streitkräfte festgenommen worden.

Tausende Menschen gingen für Guzman auf die Straße. Die Inhaftierung "Chapos" bedeutet für viele Mexikanerinnen und Mexikaner das Versiegen lukrativer Geldquellen und den Verlust ihrer Arbeitsplätze. In einigen Regionen Mexikos ist der Drogenhandel ein wichtiger wirtschaftlicher Motor, der für Geldflüsse und Gelegenheitsarbeit sorgt und somit die Lebensverhältnisse vieler Menschen stabilisiert.

"Chapo hat mehr für uns getan als irgendeine Regierung", erklärte eine Studentin, die bei der Organisation der Demonstrationen mitwirkte. "Er bekämpfte ohne viel Propaganda die Armut und den Hunger, anders als die meisten Gouverneure, die zu nichts zu gebrauchen sind." Es sei offensichtlich, dass die Regierung ebenso wie El Chapo in kriminelle Machenschaften verwickelt sei und mit ihrem Handeln hinter dem Rücken der Bevölkerung jedoch enormen Schaden anrichte, führte sie weiter aus.

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Laut einem Bericht des lokalen Portals Noroeste wurden bei den Protesten bisher 211 Bürgerinnen und Bürger festgenommen, da sie im öffentlichen Raum Ordnungswidrigkeiten begangen oder Widerstand gegen die Staatsgewalt geleistet hätten. Von Polizei und Regierung würden diese Aktionen offiziell als "antisozial" typisiert. Zeugen berichten von gewaltsamen Übergriffen der Polizei. Diese habe beispielsweise drei Reporter geschlagen und ihnen das Equipment samt aller Dokumentationen weggenommen.

Der Gouverneur von Sinaloa, Mario López Valdés, vermutet, dass einigen Protestierenden Geld geboten wurde, damit sie für die Freilassung Guzmans demonstrieren. Außerdem sollen kostenlos Essen und Getränke an die Teilnehmer verteilt worden sein. Die Behörden würden die Vorgänge aufmerksam verfolgen und versuchen herauszufinden, wer hinter den Protesten stecke und aus ihnen Nutzen ziehe.

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