El Salvador / Politik

FMLN gewinnt Präsidentschaftswahlen mit wenigen Stimmen Vorsprung

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Geht fest von seinem Wahlsieg aus: FMLN-Kandidat Sanchez Ceren
Geht fest von seinem Wahlsieg aus: FMLN-Kandidat Sanchez Ceren

San Salvador. Das Ergebnis bei der Stichwahl für das Amt des neuen Präsidenten von El Salvador am vergangenen Sonntag ist sehr knapp ausgefallen: Salvador Sanchez Cerén von der Regierungspartei Frente Farabundo Martí para la Liberación Nacional (FMLN) erhielt 50,11 Prozent der Stimmen und Norman Quijano von ARENA 49,89 Prozent – ein Unterschied von etwa 6.600 Stimmen. Das Oberste Wahlgericht will noch keinen der Kandidaten zum Sieger erklären, sondern eine erneute Stimmauszählung vornehmen. Das Ergebnis soll bis zum kommenden Freitag vorliegen.

Der unterlegene Kandidat Quijano erkennt das Ergebnis nicht an. ARENA reichte bei der Generalstaatsanwaltschaft bereits einen Antrag auf Überprüfung des Wahlergebnisses ein, weil der Verdacht auf Wahlbetrug vorläge.

Der Vorsitzende des Rates der Wahlexperten in Lateinamerika, Nicanor Moscoso, sagte dagegen am Montag bei einer Pressekonferenz, dass die Abstimmung im ganzen in einer transparenten Art und Weise Land durchgeführt und keine Anzeichen von Betrug beobachtet worden seien.

Nachdem am ersten Wahltag am 2. Februar 2014 keiner der Kandidaten für das Amt des Präsidenten von El Salvador mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen konnte, wurde am 9. März eine Stichwahl durchgeführt. Das jetzige Ergebnis widerspricht allen Umfrageergebnissen. Noch vor einigen Tagen war der FMLN ein Wahlsieg mit cirka 55-60 Prozent der Stimmen prognostiziert worden.

Das Oberste Wahlgericht hatte in der vergangenen Woche darauf hingewiesen, dass die "schmutzigsten" Wahlkampfmethoden von ARENA eingesetzt worden seien. Hohe Funktionsträger von ARENA sind außerdem mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert. Auch hatte Antonio Saca, Vorsitzender der UNIDAD, der FMLN die Unterstützung seiner Partei bei der Stichwahl zugesagt. Dennoch kam die um knapp 10 Prozent höhere Wahlbeteiligung fast ausschließlich der ARENA zugute.

Beobachter gehen davon aus, dass ein Wechsel der Wahlversprechen von ARENA zu diesem Ergebnis beigetragen hat: Während vor dem ersten Wahlsonntag eher wirtschaftliche Themen im Vordergrund standen, schürte ARENA in den letzten Wochen die Angst vor einer sozialistischen Regierung im Stile Venezuelas.

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