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24.05.2014 Paraguay / Politik / Soziales

Protestaktionen gegen steigende Lebensmittelpreise in Paraguay

Protestaktionen in Paraguay

Protestaktionen in Paraguay

Quelle: cubadebate.cu

Asunción. In Paraguay wächst der Widerstand der Bevölkerung gegen die unsoziale Politik der konservativen Regierung unter Horacio Cartes. Für den 28. Mai rufen zivilgesellschaftliche Gruppen zu einem landesweiten Verbraucherstreik auf. Die Veranstalter, die schon mehrfach Massenproteste vor dem Parlament des südamerikanischen Landes vor allem über soziale Netzwerke organisiert haben, betonen ihre Unabhängigkeit von jeglichen politischen Parteien.

Mit der geplanten Aktion wollen die Organisatoren auf den starken Preisanstieg für Grundnahrungsmittel in den ersten Monaten des Jahres 2014 hinweisen. Laut des letzten Monatsberichts der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) betrug die Inflation bei Lebensmitteln im Februar 0,4 und im März 1,2 Prozent. Dazu kommt die Anfang des Jahres erfolgte Fahrpreiserhöhung für Nahverkehrsmittel. Paraguay liegt damit auf dem sechsten Platz in Lateinamerika und der Karibik. Besonders in der Woche vor Ostern stiegen die Preise für Eier, Mehl, Käse, Fleisch und Fisch stark an.

Die Proteste richten sich zudem gegen die Verschwendung von Geldern und die massive Korruption in Exekutive, Legislative und Judikative. Im April veröffentlichte die regierungsnahe Tageszeitung Última Hora Zahlen, die eine massive Verschwendung von Steuergeldern für die tägliche Bewirtung der Parlamentarier in der hauseigenen Cafeteria offenlegten.
Gustavo García, Sprecher der Initiatoren, fordert alle Bürger in Paraguay auf, am kommenden Mittwoch ihr Konsumverhalten so weit wie möglich einzuschränken. Die Menschen sollten an diesem Aktionstag keine Einkäufe tätigen, sowie die Benutzung von Strom, Wasser, Gas und Mobiltelefonen weitestgehend einstellen.

Wichtig sei, so García, den Regierenden und Unternehmern die Einigkeit des paraguayischen Volkes zu demonstrieren und auf ihre Exzesse gegen die Bürger hinzuweisen.

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