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23.09.2014 Bolivien / Soziales

Polizei in Bolivien beendet Landbesetzung gewaltsam

Sojafeld in Santa Cruz, Bolivien

Sojafeld in Santa Cruz, Bolivien

Santa Cruz. Die bolivianische Polizei hat nach Ablauf des Ultimatums am Donnerstag eine illegale Landbesetzung mit etwa 200 Teilnehmern in der Region Lemoncito nördlich von Santa Cruz geräumt. Bei der Auflösung der fünftägigen Blockade von Zugangsstraßen und Agrarflächen ist es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Beschädigte Einsatzfahrzeuge, brennende Felder und 44 Verhaftungen waren die Folge. Laut offiziellen Angaben wurde durch den Polizeieinsatz der Zugang zu 40.000 Hektar Soja-, Sorghum- und Maisfeldern wieder gewährleistet.

Die etwa 300 Beamten konfiszierten bei der Räumung unter anderem ein Dutzend Motorräder, 21 Macheten, 18 Kisten Feuerwerkskörper und mehrere Benzinkanister, die der Staatsminister der Bundesregierung, Jorge Pérez, zusammen mit den Festgenommen auf der nächtlichen Pressekonferenz präsentierte. Für die Staatsanwaltschaft belegen die beschlagnahmten Gegenstände, dass die Besetzer "organisiert, gewalttätig und gegen die Polizeiarbeit gerichtet agierten."

Der Einsatz sei eine Demonstration, dass die Regierung das Gesetz respektiere und "weder die Gewalt noch die Verletzung der Eigentumsrechte" dulde, betonte Pérez. Nach Aussagen der Polizei sei diese bei ihrer Ankunft auf heftigen Widerstand getroffen. Sofort hätten die Landbesetzer die Fahrzeuge massiv attackiert. Sie seien mit Motorrädern über die Felder geflüchtet und hätten sich dazu entschlossen, Feuer zu legen. Pérez bedauerte die Schäden an den Feldern.

14 Personen wurden bis zum Abend wieder freigelassen. Für die Übrigen beantragte die Staatsanwaltschaft eine Untersuchungshaft.

Wie die Tageszeitung El Deber berichtete, gaben mehr als die Hälfte der Inhaftierten an, aus Cochabamba zu kommen und betrogen worden zu sein. Am Freitag führte die Polizei ihren Einsatz an mehreren Stellen anderer Landbesetzungen fort, die alle friedlich verlaufen seien. Auch dort besteht der Verdacht, dass es "Unregelmäßigkeiten" bei der Ausstellung von offiziellen Dokumenten zu Pachten und Käufen gegeben habe.

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