Venezuela / Politik

Anschlagspläne in Venezuela aufgedeckt

Extreme Rechte Venezuelas mit paramilitärischem Selbstverständnis. Kolumbianische und venezolanische Behörden kooperieren. Brisantes Video

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Erinnerungsphoto auf Facebook: Netzwerker Saleh während seinem Aufenthalt in Kolumbien
Erinnerungsphoto auf Facebook: Netzwerker Saleh während seinem Aufenthalt in Kolumbien

Caracas. Der Innen- und Justizminister von Venezuela, Miguel Rodríguez Torres, hat der Öffentlichkeit ein Video vorgelegt, das die laufenden Ermittlungen

wegen Planung gewaltsamer Aktionen untermauern soll. Erst vergangene Woche teilte die Staatsanwaltschaft des südamerikanischen Landes mit, dass sie, nach Ermittlungen seit dem Mai des Jahres, nun Anklage gegen Lorent Gómez Saleh und Gabriel Valle wegen Verschwörung und Aufruhr erhoben habe.

Die beiden der extremen Rechten zugerechneten venezolanischen Staatsbürger waren zuvor in Kolumbien von den dortigen Behörden wegen Vergehen gegen die Migrationsgesetze festgenommen und an Venezuela ausgeliefert worden. Von beiden Ländern wird der Fall als ein Problem der konspirativen Verbindung zwischen kolumbianischem Uribismus und Paramilitarismus sowie der venezolanischen Rechten behandelt.

Die venezolanischen Justizbehörden haben in dem Fall von Anfang an eine intensive Öffentlichkeitsarbeit betrieben. So sind eine Fülle von Fotos und Selbstzeugnissen und schließlich das neue Video präsentiert worden, um eine Planmäßigkeit von Aktionen zur Destabilisierung des Landes nachzuweisen. Von Februar bis Mai dieses Jahres erlebte Venezuela schwere, zum Teil gewaltsame Proteste und Ausschreitungen, die mehr als 40 Todesopfer kosteten. Die Oppositionspolitiker Leopoldo López und María Corina Machado stellten sich an die Spitze der Forderungen nach einem Sturz der Regierung von Präsident Nicolás Maduro. Die gewaltsamen Aktionen blieben innerhalb der venezolanischen Opposition allerdings umstritten.

Nach einer Beruhigung der Lage fanden im September wiederum "Guarimbas" statt (amerika21 berichtete), die sich erneut gegen die Regierung Maduro richteten.

Lorent Gómez Saleh und Gabriel Valle gelten als Führungsfiguren der Nichtregierungsorganisation "Operación Libertad" (Operation Freiheit). Diese beabsichtigt eine "Bekämpfung der Linken auf dem gesamten Kontinent". In den veröffentlichten Dokumenten wirbt Saleh mit dem Herausstellen der Kontakte zum Umfeld des ehemaligen Präsidenten Kolumbiens, Álvaro Uribe, und zu kolumbianischen Paramilitärs. Offensichtlich geht es den jungen Männern darum, dass die Aktionsfähigkeit von "Operación Libertad" ernstgenommen werde. Eine Reihe von schweren Anschlägen in Venezuela wird in Aussicht gestellt, die den Kampf zum Sturz der sozialistisch orientierten Regierung wieder anregen sollten.

Das aktuelle Video, in dem Saleh und Valle gewaltsame Aktionen und die Ermordung mehrerer Personen ankündigen, soll vom kolumbianischen Geheimdienst aufgefunden worden sein.

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