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Kolumbien liefert Anführer von rechter Gruppe nach Venezuela aus

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Ausgeliefert: Loret Saleh
Ausgeliefert: Loret Saleh

Bogotá. In der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá ist der Anführer einer rechtsgerichteten venezolanischen Organisation mit dem Namen Operación Libertad (Operation Freiheit) festgenommen und in sein Heimatland ausgeliefert worden. Nach Medienberichten wurde Loret Saleh am Donnerstag festgenommen und umgehend ausgeliefert. Er wird derzeit im Sitz des venezolanischen Geheimdienstes Sebin festgehalten.

In einem Kommuniqué der kolumbianischen Einwanderungsbehörde heißt es: "Der abgeschobene (venezolanische) Bürger wurde an die venezolanische Einwanderungsbehörde übergeben." Die Auslieferung sei auf der Basis rechtlicher Prinzipien und der Achtung der Menschenrechte geschehen, schreibt die Behörde weiterhin.

Saleh wurde von den kolumbianischen Behörden auf Basis eines Dekrets aus dem Jahr 2004 ausgewiesen. Die Bestimmung schreibe die Auslieferung ausländischer Staatsbürger vor, sofern sie "gegen die nationale Sicherheit, die öffentliche Ordnung, die öffentliche Gesundheit, den sozialen Frieden oder die Sicherheitsordnung" gehandelt haben.

Vertreter der rechtsgerichteten kolumbianischen Partei Demokratisches Zentrum – unter ihnen Ex-Präsident Álvaro Uribe – kritisierten die Auslieferung. Uribe und sein einstiger Vizepräsident Francisco Santos machten den amtierenden Präsidenten Juan Manuel Santos und Außenministerin María Ángela Holguín für das "weitere Schicksal" Salehs verantwortlich.

Die Gruppierung Operación Libertad war federführend an gewalttätigen Protesten gegen die Regierung von Präsident Nicolás Maduro in Venezuela beteiligt. Im Zuge der Ausschreitungen wurden mehrere Dutzend Menschen getötet. Die meisten Opfer waren Regierungsanhänger, Mitglieder der Sicherheitskräfte oder Unbeteiligte, aber auch zahlreiche Oppositionelle wurden getötet. Inzwischen sind die Proteste abgeflaut.

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