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Argentinien verbietet gehärtete Fette

Plakat zur Kampagne "Argentinien 2014: frei von Transfetten"

Plakat zur Kampagne "Argentinien 2014: frei von Transfetten"

Quelle: msal.gov.ar

Buenos Aires. Ab sofort sind sogenannte Transfette in argentinischen Lebensmitteln verboten. So will es die Reform des Nahrungsmittelgesetzes, die die industrielle Herstellung und den Verkauf regelt. Bislang gilt ein Verbot nur in der Schweiz, Island und Dänemark. Innerhalb Lateinamerikas ist Argentinien das erste Land, das den Verzehr reguliert. In Chile und Ecuador soll bis 2016 das Fettverbot greifen. Im Nachbarland Brasilien fehlt es noch an einer Einigung zwischen Politik und Industrieverbänden.

Transfette gelten als gesundheitsschädigend, da sie das Risiko für Herzgefäßerkrankungen oder Diabetes erhöhen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhöht der tägliche Verzehr von fünf Gramm die Gefahr einer Herz-Kreislauf-Erkrankung um 25 Prozent. Künstlich gehärtete Fette finden sich allerdings in vielen Backwaren, Frittiertem und Nahrungsmitteln des täglichen Bedarfs. Für Argentinien belegt eine Studie, die der medizinischen Fakultät der Universität Buenos Aires vorliegt, ein Einsparungspotenzial im Gesundheitssystem von 100 Millionen US-Dollar durch die nun geltende Bestimmung.

Bereits ersetzt werden die Inhaltsstoffe in der argentinischen Industrie durch Sonnenblumen- und Olivenöle. Eine aktuelle Untersuchung der Interamerikanischen Herzstiftung Argentinien (FIC) hat rund 800 der meistverkauften Lebensmittelmarken des Landes untersucht. In 42 Fällen wurden die zulässigen Minimalwerte noch überschritten.

Die Restriktion ist Teil des staatlichen Gesundheitsprogramms der Ministerien für Landwirtschaft, Fischerei und Fleischwirtschaft sowie für Soziale Entwicklung. Die Kampagne "Argentinien 2014: frei von Transfetten" war 2010 gestartet. Mit der Umsetzung passt sich Argentinien den internationalen Richtlinien an. Die Vorgabe ist, dass pflanzliche Öle und Margarinen für den Direktverzehr nur noch zwei Prozent gehärtete Fettsäuren enthalten dürfen. Fünf Prozent des gesamten Fettgehalts sind in allen anderen Lebensmitteln erlaubt.

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