Indigene in Brasilien erhalten Blutproben aus USA zurück

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Angehörige der Yanomami in Brasilien
Angehörige der Yanomami in Brasilien

Brasília. Nach fast einen halben Jahrhundert haben Mitglieder der Volksgruppe der Yanomami in Brasilien tausende illegal entnommene Blutproben aus den USA zurückerhalten. Vertreter der Yanomami deponierten das in kleine Glasfläschchen abgefüllte Blut nach der Rückgabe an einem ihnen heiligen Ort. Das berichteten brasilianische Medien. US-Forscher hatten in den Jahren von 1960 bis 1970 den im brasilianischen Amazonas-Becken lebenden Ureinwohnern knapp 2.700 Blutproben entnommen und dabei offenbar auch Zwang angewendet. Angeblich sollten die Blutproben auf Krankheitserreger untersucht werden. Die Yanomami setzten sich seit damals für die Rückgabe der Proben ein.

Die rituelle Beisetzung des Blutes fand in der Gemeinde Piaú im Bundesstaat Roraima statt, berichtete der TV-Sender Globo. Vertreter der Staatsanwaltschaft und der Indigenenbehörde Funai waren als Gäste geladen. Sie hatten die Rückgabe der Proben aus den USA erwirkt.

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Nach Angaben von Stammesführer Davi Kopenawa sind 30 Angehörige der Volksgruppe, denen das Blut entnommen wurde, noch am Leben, unter ihnen er selbst. Zugleich betonte Kopenawa, dass die Betroffenen für die der Entnahme kein Einverständnis gegeben hätten. Offenbar lagerten die Proben nach der Entnahme jahrzehntelag in einem Forschungslabor der Universität in Pennsylvania in den USA. Nachdem der Fall wieder publik wurde, verhandelten Vertreter brasilianischer Behörden und der Yanomami seit 2012 über eine Rückgabe. 

Die Yanomami gelten als das mitgliederstärkste indigene Volk in Südamerika. Viele Angehörige der Gruppe leben fernab der westlichen Gesellschaft. Die Yanomami leiden seit Jahrzehnten unter Krankheiten, die von Siedlern, Ausländern und illegalen Goldgräber eingeschleppt wurden. Dadurch gab es zahlreiche Todesfälle. Auf den Gebieten von Brasilien und Venezuela leben heute Schätzungen zufolge noch 32.000 Yanomami.

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