Venezuela untersucht Überfall auf Yanomami

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Yanomami-Indigene
Yanomami-Indigene

Caracas. Die venezolanische Generalstaatsanwaltschaft hat am Mittwoch (Ortszeit) eine Kommission ernannt, um den brutalen Überfall auf ein Dorf der indigenen Volksgruppe Yanomami im Amazonas-Becken nahe der Grenze zu Brasilien zu untersuchen. Zuvor hatten sich Vertreter der offiziellen Organisation dieses indigenen Volkes (HOY) mit einer Erklärung an die Behörden gewandt. Demnach sei in der vergangenen Woche nach Berichten über ein Massaker eine Delegation von Yanomami und Militär in die weit abgelegene Region im Süden Venezuelas gereist. Sie fanden laut HOY nur drei Überlebende und das abgebrannte Gemeinschaftshaus. Bis zu 80 Personen könnten getötet worden sein. Die Opfer seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Als Täter vermuten die Yanomami illegale Goldschürfer aus Brasilien, die immer wieder Übergriffe auf Indigene verüben. Die Verbrecher sollen die Gemeinde laut den Überlebenden von einem Helikopter aus beschossen haben. Die zuständige Militärbrigade arbeitet derzeit einen Bericht aus, heißt es in der HOY-Erklärung.

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Die venezolanische Regierung von Präsident Hugo Chávez bemüht sich seit Anfang 2009 im Rahmen der Operation "Plan Caura" den illegalen Mineralienabbau durch großangelegte Militäreinsätze in den schwer zugänglichen Tropen zurückzudrängen. Gleichzeitig arbeitet sie eng mit den indigenen Organisationen zusammen, um die Rechte der Bevölkerung zu schützen und auszubauen. Beispielsweise erhalten die Yanomami heute medizinische Hilfe durch eine Zusammenarbeit von Armee und der Organisation HOY. Diese wurde 2011 mit Unterstützung der Regierung von einer Yanomami-Vollversammlung gegründet.

Rund 32.000 Yanomami bilden die größte indigene Volksgruppe im Amazonas-Gebiet. In Venezuela leben die Yanomami im Biosphärenreservat Alto-Orinoco-Casiquiare, auf einer Fläche von über 82.000 Quadratkilometern. Im Norden Brasiliens umfasst das Territorium weitere 96.000 Quadratkilometer.

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