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USA gegen Moratorium für Gen-Nahrung in Costa Rica

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Aktivisten in Costa Rica fordern seit Jahren ein Moratorium  für den Anbau gentechnisch veränderter Lebensmittel
Aktivisten in Costa Rica fordern seit Jahren ein Moratorium für den Anbau gentechnisch veränderter Lebensmittel

San José. Mit einem Gesetzesprojekt, das ein 15-jähriges Moratorium für den Anbau gentechnisch veränderter Lebensmittel vorsieht, hat Costa Rica sich den Ärger der US-Regierung zugezogen. In einem Brief des Handelsvertreters der Vereinigten Staaten (United States Trade Representatives) an Außenhandelsminister Alexander Mora wird die Regierung des mittelamerikanischen Landes aufgefordert, den Entwurf noch einmal zu überdenken. Das Amt ist für die internationale Handelspolitik der USA zuständig.

In dem auf den 26. Mai datierten Brief kritisiert die Leiterin der Abteilung für Agrarhandel, Darci Vetter, die Unterstützung der Initiative durch die Regierung. Eine Kopie des Briefes wurde von der costa-ricanischen Zeitung "La Nación" veröffentlicht. Vetter verweist auf ökonomische und ökologische Vorteile, welche die Gentechnik mit sich bringe, wie den geringeren Einsatz von Pestiziden und höhere Erträge, die den Bauern direkt zugute kämen. Sie zeigt sich weiter "sehr überrascht und enttäuscht" über die Pläne der Regierung, besagtes Moratorium zu verhängen, und fordert diese dazu auf, erneut darüber zu diskutieren und die negativen Auswirkungen einer solchen Maßnahme mit einzubeziehen. Konkret nennt sie wissenschaftliche Grundlagen, Innovation und Investition als Punkte, an denen sich diese Diskussion orientieren sollte.

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Will, dass die Regierung von Costa Rica noch einmal in sich geht: die US-Agrarbeauftragte Darci Vetter
Will, dass die Regierung von Costa Rica noch einmal in sich geht: die US-Agrarbeauftragte Darci Vetter

Ferner erinnert Vetter die costa-ricanische Regierung an das Freihandelsabkommen DR-CAFTA, (Dominican Republic-Central American Free Trade Agreement) das Costa Rica, neben anderen mittelamerikanischen Staaten, im Jahr 2007 trotz großen Widerstandes der Bevölkerung mit den USA abgeschlossen hat, und die damit einhergehenden vertraglichen Verpflichtungen.

Ungeachtet dessen, dass eine solche Aufforderung ein indirekter Eingriff in den demokratischen Entscheidungsprozess eines souveränen Staates darstellt, erklärte Minister Mora, dass dies ein normaler Vorgang in den Beziehungen beider Staaten sei. Dem schloss sich das Büro des US-Handelsvertreters an: "Die USA tauschen mit ihren Partnern, mit denen wir Freihandelsabkommen haben, oft Standpunkte aus, dies ist Teil unserer üblichen diplomatischen Beziehungen".

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