Bolivien und Russland wollen Abkommen über Atomenergie

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Boliviens Energieminister Sánchez (links im Bild) und eine Delegation aus Russland trafen im Mai in Bolivien zu Gesprächen über das Kooperationsabkommen zusammen
Boliviens Energieminister Sánchez (links im Bild) und eine Delegation aus Russland trafen im Mai in Bolivien zu Gesprächen über das Kooperationsabkommen zusammen

La Paz. Die Regierungen von Bolivien und Russland werden noch in diesem Monat eine Kooperationsvereinbarung über die Entwicklung der Atomenergie unterzeichnen. Dies gab  der bolivianische Energieminister, Luis Alberto Sánchez, bekannt.

Gegenüber Journalisten sagte Sánchez, dass er nächste Woche nach Sankt Petersburg reisen werde, wo ein internationales Wirtschaftsforum stattfindet. Dort werde er über die Investitionsmöglichkeiten sprechen und sich mit Entscheidungsträgern der staatlichen russischen Atomagentur Rosatom, treffen. Bolivien will in Zukunft Kernenergie-Technik entwickeln, um diese zu friedlichen Zwecken wie Medizin und Industrie zu nutzen, so Sánchez.

Im vergangenen Monat hatte bereits der Vizepräsident von Rosatom, Iván Dybov, das südamerikanische Land besucht, um die Unterzeichnung des Kooperationsabkommens vorzubereiten. An den Sitzungen nahm auch der Gesandte der Wirtschaftsabteilung der russischen Botschaft in Bolivien, Vladimir Muzichenco, teil.

Boliviens Präsident Evo Morales hatte zu Beginn des vergangenen Jahres angekündigt, 2025 solle das erste Atomkraftwerk im Verwaltungsbezirk La Paz Strom produzieren. Die Regierung werde hierzu Investitionen von mehr als zwei Milliarden US-Dollar tätigen. Pablo Adelfang, zuständig für Forschungsreaktoren bei der internationalen Atomenergiebehörde IAEA, besuchte im November 2014 Bolivien, um mit Wissenschaftlern und Regierungsvertretern über notwendige Schritte für einen Einstieg in die zivile Nutzung der Atomenergie zu beraten. Er wird das Projekt zunächst unterstützen und koordinieren.

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