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Weltgesundheitsorganisation zeichnet kubanische Ärztebrigade aus

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Ein Arzt der kubanischen Brigade "Henry Reeve" behandelt Patienten in Peru nach den Überschwemmungen (März 2017)
Ein Arzt der kubanischen Brigade "Henry Reeve" behandelt Patienten in Peru nach den Überschwemmungen (März 2017)

Genf/Havanna. Die Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) hat die kubanische Ärztebrigade "Henry Reeve" mit dem Preis für öffentliche Gesundheit ausgezeichnet. Damit würdigt die Organisation die Solidarität der Mediziner, die bereits in vielen Ländern zur kostenlosen medizinischen Behandlung waren.

Die Brigade für Einsätze in Katastrophengebieten wurde vom damaligen Präsidenten Fidel Castro unmittelbar nach dem verheerenden Wirbelsturm Katrina am 25. August 2005 in New Orleans aufgestellt und den USA am 30. August zur medizinischen Nothilfe angeboten: "In weniger als zwölf Stunden könnten die ersten 100 Ärzte mit den lebenswichtigsen Mitteln in ihren Rucksäcken in Houston sein, zehn Stunden später weitere 500 und in weniger als 36 Stunden weitere 500", ließ der Revolutionsführer mitteilen. Insgesamt wollte Kuba 1.598 Fachärzte mit Geräten und Medikamenten schicken. Dies wurde von der US-Regierung unter George W. Bush in ihren öffentlichen Verlautbarungen über internationale Hilfsangebote nicht einmal erwähnt. Auch die im September wiederholten Anfragen der kubanischen Regierung blieben unbeantwortet.

Offiziell wurde sie am 19. September 2005 als Brigade "Henry Reeve" gegründet und ist nach dem gleichnamigen US-Soldaten benannt, der 1876 im Unabhängigkeitskrieg gegen die spanischen Kolonisatoren auf Seiten der kubanischen Armee ums Leben kam.

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Die Mediziner leisten vor allem in Katastrophenregionen Soforthilfe und waren inzwischen in zahlreichen Ländern im Einsatz, unter anderem nach Erdbeben in Haiti (2010), Nepal (2015) und Ecuador (2016), nach dem Wirbelsturm Matthew in Haiti (2016) und unlängst nach den Erdrutschen und Überschwemmungen in Peru. Auch stellten sie den größten ausländischen Einzelbeitrag im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika dar. Über 450 kubanische Ärzte waren 2014 in Sierra Leone, Guinea und Liberia im Einsatz.

Die Preisverleihung soll in der Nacht zum Sonntag in Genf stattfinden, wo die Weltgesundheitsorganisation ihren Sitz hat. Kubas Gesundheitsminister Roberto Morales Ojeda wird den Preis entgegennehmen.

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