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Dominikanische Republik bringt den Schutz der Korallenriffe voran

Die Korallenriffe sind ein wichtiger Motor der größten Einnahmequelle der Dominikanischen Republik, der Tourismusindustrie

Die Korallenriffe sind ein wichtiger Motor der größten Einnahmequelle der Dominikanischen Republik, der Tourismusindustrie

Quelle: pixabay.com
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Santo Domingo. Der Umweltminister der Dominikanischen Republik, Francisco Domínguez Brito hat bekannt gegeben, dass gegenwärtig 80 Prozent der dominikanischen Korallenriffe direkt oder indirekt durch menschliches Handeln bedroht sind.

Die größten Bedrohungen der wichtigen marinen Ökosysteme, die neben ihrer direkten Bedeutsamkeit als Lebensraum und Brutstätte für viele Fischspezies auch als Klimastabilisatoren gelten, sind Überfischung, Wasserverschmutzung und die Sedimentation von Plastikpartikeln, die das Sterben vieler Meereslebewesen nach sich zieht.

Es wird geschätzt, dass in den letzten 50 Jahren rund die Hälfte der Korallenriffe der Karibik abgestorben sind. An den großen Stränden wie Juan Dolio in der Nähe der Hauptstadt, leben nur noch acht Prozent der Korallen, in Punta Cana und Bávaro im Westen weniger als fünf und in Las Terrenas im Nordwesen lediglich zwei bis dei Prozent. Der Minister hob die Wichtigkeit der raschen Entwicklung von Konservationsmaßnahmen und Schutzplänen hervor.

Die Regierung der Dominikanischen Republik verabschiedete im Juni ein Gesetz zum Schutz verschiedener Spezies, welches das Fischen von Haien, Rochen, Papageienfischen und schwarzen Seeigeln verbietet. Ebenfalls müsse aber auch das Fangen und Vermarkten dieser Spezies auf dem nationalen und internationalen Markt unterbunden werden, fügte Domínguez hinzu. Der Minister äußerte sich diesbezüglich vergangene Woche im Rahmen einer Fachveranstaltung zum Umgang mit organischen Abfällen des Thinktanks "Think Innovation", der von der Schweizer Botschaft und Dominikanisch-Schweizer Handelskammer ins Leben gerufen wurde.

In einer jüngst veröffentlichten Pressemeldung des Umweltministeriums wies der Minister des Weiteren darauf hin, dass der Umweltschutz in der Verantwortung aller liegen müsse. Er arbeite mit seinem Ministerium daran, "Bewusstsein für den Umweltschutz zu schaffen und wenn dies nicht gelingen sollte, dann bleibt als weiteres Mittel zur Erreichung von positiven Resultaten noch die Androhung von Konsequenzen" für die Umweltsünder. Domínguez Brito sagte weiter, dass derzeit der Großteil der industriellen Abwässer nicht durch Kläranlagen gereinigt werden würden. Ein aktuelles Projekt mit großen Unternehmensgruppen soll den Umgang mit industriellen Abwässern regeln und sieht außerdem den Bau einer Kläranlage für den Großraum Santo Domingo vor. Damit möchte Domínguez das Problem der Wasserverschmutzung angehen, das ebenfalls die Riffe bedroht.

Die Korallenriffe seien ein wichtiger Motor der größten Einnahmequelle der Dominikanischen Republik, der Tourismusindustrie, und die Konsequenzen aus deren Zerstörung habe am Ende das ganze Land zu tragen, appellierte der Minister.

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