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27.07.2018 Deutschland / Ecuador / Kultur

Deutsche Familie gibt Ecuador archäologische Kulturgüter zurück

Die Gegenstände aus dem Fall Kuchenmüller wurden jetzt vom Kulturministerium in Ecuador präsentiert

Die Gegenstände aus dem Fall Kuchenmüller wurden jetzt vom Kulturministerium in Ecuador präsentiert

Quelle: @Cultura_Ec

Berlin/Quito. In Quito werden zur Zeit Objekte ausgestellt, die soeben aus Deutschland zurückgeholt worden sind. Ecuador hat in Folge eines sechs Jahre dauernden Rückgabeprozesses die 13 archäologischen Kulturgüter präkolumbianischen Ursprungs von einer deutschen Familie zurückerhalten. Elf davon gelten als Kulturerbe Ecuadors.

Ein Mitglied der süddeutschen Familie Kuchenmüller hatte in Guayaquil in Ecuador als Lehrer gearbeitet und währenddessen an Ausgrabungen in der Küstenregion teilgenommen. Dabei hatte er die Fundstücke wahrscheinlich mitgenommen und später illegal ausgeführt.

Laut einer Pressemitteilung der Botschaft in Berlin bemerkten die ecuadorianischen Behörden die entwendeten Gegenstände in einer Privatsammlung, als sie im Jahr 2012 in Baden-Württemberg versteigert werden sollten. Angesichts des Verdachts, dass sie sich unrechtmäßig außerhalb Ecuadors befanden, leiteten sie rechtliche Schritte ein. Dies führte zu einem Gerichtsverfahren sowie einem positiven Richterspruch am Landgericht Freiburg im Breisgau. Der Rechtsanwalt Robert A. Kugler, Spezialist im Kulturgüterrecht, führte den Prozess für Ecuador.

Die archäologischen Gegenstände wurden daraufhin auf ecuadorianisches Territorium geflogen und von Experten des Nationalinstituts für Kulturgüter entgegengenommen, die sich um ihre adäquate Aufbewahrung und den Schutz sowie die Ausstellung kümmern. Kulturminister Raúl Pérez sagte: "Es ist für das nationale Kulturerbe wichtig, diese Schätze in unserem eigenen Land zu haben." Zudem wird die Rückführung als wichtiger Schritt der Ausübung kultureller Rechte gewertet.

Ecuador betreibt eine klare Politik zum Schutz und zur Rückführung nationaler Kulturgüter. Seit 2010 hat das Land mehr als 12.000 zurückbekommen, darunter archäologische Objekte, Malereien, Dokumente und Skulpturen. Die Mehrheit der illegal ausgeführten Kulturschätze wird in den USA, Frankreich, Belgien und England vermutet.

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