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Hurrikan "Michael": Stromausfälle und Sachschäden in Kuba

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Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel besuchte die von Hurrikan "Michael" betroffenen Gebiete am Mittwoch
Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel besuchte die von Hurrikan "Michael" betroffenen Gebiete am Mittwoch

Pinar del Río. Nachdem Hurrikan "Michael" am Montag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern über Kubas westlichste Provinz Pinar del Río gezogen ist, sind erste Informationen über das Ausmaß der Schäden bekannt. Nach Angaben der Lokalzeitung Guerillero wurden insgesamt 1.082 beschädigte Gebäude gemeldet. Auf der Insel der Jugend sind es 16.

Noch immer sind rund 200.000 Haushalte ohne Strom. Die Regierung hat deshalb bereits am Dienstag Reparaturbrigaden aus Sancti Spíritus und Ciego de Ávila nach Pinar entsandt. Die beiden zentralkubanischen Provinzen verfügen über umfangreiche Erfahrungen bei der Wiederherstellung der Stromversorgung. Zuletzt verwüstete "Irma" im Herbst 2017 große Teile Zentralkubas, wobei das Stromnetz aufgrund der schweren Schäden an einem Großkraftwerk für mehrere Tage völlig kollabierte.

Nach Angaben von Guerillero funktionierte das von den Vereinten Nationen als vorbildlich gelobte Evakuierungssystem auch dieses Mal, weshalb es zu keinen menschlichen Verlusten kam. Noch immer seien jedoch zahlreiche Gegenden aufgrund von Erdrutschen und Überschwemmungen nicht erreichbar. Die Normalität läuft langsam an und beginnt zunächst mit der Beseitigung der gröbsten Schäden, umgestürzten Bäumen und vor allem der Wiederherstellung der Stromversorgung, von der auch die Wasserversorgung abhängt.

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel stattete den betroffenen Gebieten am Mittwoch einen Besuch ab. Unter anderem besuchte er eine Tabakplantage. Rund 32 Prozent der Ernte sind von den Schäden betroffen. Tabak gilt als wichtigstes Exportprodukt der Provinz, die für den Großteil der nationalen Produktion aufkommt. Als wichtige Sofortmaßnahme der Katastrophenhilfe werden Lebensmittel in die Provinz geliefert. Dazu sollen mehr als 15.000 neue Dächer kommen.

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