Karawane in Mexiko: 3.000 Geflüchtete haben aufgegeben

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An der Grenze zwischen Mexiko und den USA in Tijuana im Bundesstaat Baja California
An der Grenze zwischen Mexiko und den USA in Tijuana im Bundesstaat Baja California

Tijuana. Nach etwa zwei Monaten seit Beginn des Exodus aus Honduras über Guatemala und Mexiko in Richtung USA ist die Karawane der mittelamerikanischen Migranten zersplittert. Von den ursprünglich etwa 8.000 Personen sind nach Angaben des Leiters der zuständigen Migrationsbehörde (Dirección de Atención al Migrante), Gustavo Magallanes Cortés, mittlerweile 3.000 wieder in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt oder haben sich in verschiedenen mexikanischen Städten niedergelassen. Schätzungsweise 5.000 befinden sich an der Grenze zu den USA in Tijuana im Bundesstaat Baja California.

Die Entscheidung der etwa 3.000 Personen von einer Asylsuche in den USA abzusehen, hängt mit den Schwierigkeiten zusammen, denen sie beim Einreiseversuch in die USA ausgesetzt sind. Die meisten der etwa 1.000 Geflüchteten, welche die Grenze zu überqueren versuchten, wurden vor Ort verhaftet. Weitere scheitern an den fast unmöglich zu bewältigenden bürokratischen Vorschriften einer Asylantragsstellung. "Sie verlangen von dir eine Menge Beweise und das ist unmöglich", berichtet etwa Jessica, eine Migrantin aus El Salvador. Von diesen Vorfällen abgeschreckt, willigten weitere 1.000 Personen einer Rückkehr in ihre Herkunftsländer ein.

Etwa 5.000 Personen verbleiben indes in Baja California, in der Hoffnung auf eine erfolgreiche Migration in die USA. Ein Teil dieser Gruppe ist in der Unterkunft El Barretal in Tijuana untergebracht, die nach Vorgabe des Präsidenten Andrés Manuel López Obrador und als Bestandteil des "Planes zur Bewältigung von Migrationsphänomenen" errichtet wurde.

Bei einem Besuch in Mexicali, der Hauptstadt von Baja California, erklärte der honduranische Botschafter in Mexiko, Alden Rivera Montes, dass sich derzeit 2.500 seiner Landsleute in El Barretal, 1.500 in den anderen 17 Unterkünften Tijuanas und 900 in Mexicali aufhalten. 1.200 Geflüchtete aus Honduras hätten bei den US-Behörden ein Visum aus humanitären Gründen und 250 Asyl beantragt. Die Bearbeitung der Anträge könne sich sechs bis acht Monate hinziehen, so Rivera Montes.

Wie die spanische Nachrichtenagentur Efe berichtet, hat das US-Verteidigungsministerium unterdessen den Einsatz der an der Grenze zu Mexiko stationierten Truppen bis zum 31. Januar verlängert. Die fast 5.600 Militärangehörigen, die auf die Bundesstaaten Texas (2.400), Arizona (1.400) und Kalifornien (1.800) verteilt sind, sollen das Ministerium für Innere Sicherheit und die Grenzbehörde "logistisch unterstützen, um die Einreise illegaler Migranten in das Land zu verhindern".

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