Gehäufte Fälle entführter Migranten in Mexiko

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Migranten sind auf ihrem Weg in die USA vielen Risiken ausgesetzt
Migranten sind auf ihrem Weg in die USA vielen Risiken ausgesetzt

Mexiko-Stadt. Im Nordosten Mexikos mehren sich Berichte über Entführungen von Migranten verschiedener Nationalitäten auf ihrem Weg in die USA. Der Fokus liegt auf dem Bundesstaat Tamaulipas, wo vor zwei Wochen eine Gruppe von Migranten verschwand. Die Ermittlungen der Behörden fördern weitere mögliche Entführungsfälle zutage.

Nach dem ungeklärten Verschwinden einer Migrantengruppe Anfang März befreite ein Einsatzkommando am vergangenen Dienstag mehrere Migranten aus einem bewachten Haus in Tamaulipas. Dort hatten Unbekannte 34 Menschen aus verschiedenen zentralamerikanischen Ländern, unter ihnen 15 Kinder und Jugendliche, gegen ihren Willen festgehalten. Die Rettung war ein Resultat der verstärkten Suchmaßnahmen der lokalen und nationalen Regierung, um die ursprünglich verschwundene Gruppe zu finden. Dies war mutmaßlich am 7. März auf dem Weg in die Hauptstadt Reynosa aus einem Bus verschleppt worden. Von ihnen gibt es bisher keine Spur.

Bei einer Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag kündete Präsident Andrés Manuel López Obrador eine umfassende Untersuchung an. Die Behörden täten alles, um die verschwundenen Personen zu finden, so López Obrador. Die Suche sei landesweit und darüber hinaus in vollem Gange und die lokalen Behörden arbeiteten daran, den Menschenhandel in ihrem Staat zu unterbinden.

Die Tageszeitung El Universal veröffentlichte indes Informationen, nach denen zurzeit vier kubanische Migranten auf mexikanischem Boden gegen ihren Willen festgehalten würden. Auch diese seien in Tamaulipas nach ihrer Ankunft in Reynosa verschwunden. Familienangehörige in den USA hätten Lösegeldforderungen der Entführer erhalten, so die Berichte.

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