Chile / Politik / Soziales / Wirtschaft

Chile: Streiks im größten Kupfertagebau der Welt beendet

chile_chuquicamata_kupfer_mine_streik.jpg

Zwei Wochen haben die Beschäftigten des weltweit größten Kupfertagebaus im Norden Chiles gestreikt
Zwei Wochen haben die Beschäftigten des weltweit größten Kupfertagebaus im Norden Chiles gestreikt

Santiago. Zwei Wochen haben die Beschäftigten des weltweit größten Kupfertagebaus im Norden Chiles gestreikt. Das Staatsunternehmen Corporación del Cobre (Codelco) hat den rund 3.000 Bergarbeitern der Kupfermine Chuquicamata hohe Einmalzahlungen und Verbesserungen beim Arbeits- und Gesundheitsschutz zugesagt.

Seit dem beginnenden 20. Jahrhundert wird in der Mine industriell Kupfer abgebaut. Während der Präsidentschaft von Salvador Allende (1970 ‒ 1973) wurde sie verstaatlicht und gehört seitdem Codelco. Im Jahr 2007 war das gleichnamige angrenzende Dorf Chuquicamata vollständig umgesiedelt worden, um die Bergbautätigkeiten zu vergrößern. Heute ist Chuquicamata die größte Kupfermine im Tagebau der Welt.

Codelco produziert neun Prozent des weltweiten Kupfers und ist damit der weltgrößte Produzent dieses Rohstoffs. Das Unternehmen kommt auf einen Umsatz von über 14 Milliarden US-Dollar. In den vergangenen Jahren wurden in Chuquicamata Großinvestitionen in Millionenhöhe getätigt, um den Bergbau unter Tage zu bringen. Durch diese Umstellungen droht ein Verlust von rund 1.700 Arbeitsplätzen. Die Beschäftigten würden nicht nur ohne Arbeit, sondern auch ohne Gesundheitsschutz zurückbleiben.

14 Tage dauerten die Streiks von etwa 3.000 Beschäftigten. Bergbauminister Baldo Prokurica warnte vor schlimmen Folgen für die Wirtschaft und bekräftigte, dass das Unternehmen schon sein maximales Angebot unterbreite. Da die Kupferpreise auf den globalen Märkten in den letzten Jahren anhaltend niedrig sind, seien die Spielräume für Zugeständnisse an die Belegschaft Codelcos laut Geschäftsführung begrenzt.

Vor rund zwei Wochen hatten die Arbeiter ein Angebot des Unternehmens mit knapper Mehrheit zurückgewiesen. Die strittigen Punkte beim Weihnachtsgeld sowie Bildungs- und Gesundheitskosten blieben bestehen.

Am Freitag haben die Beschäftigten ihre Arbeit nun wieder aufgenommen. Am Tag zuvor konnten sich die Parteien einigen: Das Angebot beinhaltet die einmalige Zahlung von mehr als 22.000 US-Dollar sowie Lohnanpassungen von 1,2 Prozent für die nächsten 36 Monate, verbesserte Bedingungen bei den anstehenden Entlassungen sowie weitere Entschädigungen und Verbesserungen beim Gesundheitsschutz. Letztere implizieren eine Fortzahlung der Gesundheitsversorgung der Beschäftigten im Falle einer Kündigung für weitere 15 Jahre.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr