Kuba / International / Soziales

Kuba entwickelt App zur Information über Coronavirus

cuba_infomed.jpg

Auf der Webseite Infomed wird die App mit Informationen zum Coronavirus bereitgestellt
Auf der Webseite Infomed wird die App mit Informationen zum Coronavirus bereitgestellt

Havannna. Kuba wird medizinischen Fachkräften und der Bevölkerung in Kürze eine über Mobiltelefone aktivierbare Anwendung mit neuesten Informationen zu der durch den Coronavirus verursachten Erkrankung COVID-19 zur Verfügung stellen. Das gab Ileana Alfonso, Direktorin des Nationalen Zentrums für Information über Medizinische Wissenschaften, am Dienstag bekannt.

Die Initiative ist Teil der Maßnahmen für die epidemiologische Überwachung und Gesundheitskontrolle, welche die Regierung innerhalb und an den Grenzen der Insel durchführt, um der Gefahr einer Einschleppung der Krankheit zu begegnen. COVID-19 betrifft aktuell 37 Länder und brach Ende 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan aus.

Die App wird über die Webseite des Netzwerks des kubanischen Gesundheitssystems, "Infomed", erhältlich sein und neueste Informationen über den Atemwegsvirus und seine globale Verbreitung bieten.

Vertreter des Gesundheitsministeriums (Minsap) erklärten, dass in Kuba bislang keine vermuteten oder bestätigten Fälle von COVID-19 festgestellt wurden. Dazu habe auch die Umsetzung eines von dieser Behörde und dem Zivilschutz unter Mitwirkung anderer nationaler Institutionen geleiteten Plans beigetragen.

Ihnen gefällt, was Sie lesen?

Das freut uns. Unterstützen Sie unsere Arbeit, regelmäßige Spenden helfen uns, das Projekt amerika21 nachhaltig aufzustellen.

Ihr amerika21-Team

Zu der Reihe von Maßnahmen gehöre die genaue Diagnose im Pedro-Kourí-Institut für Tropenmedizin.

Dr. Francisco Durán García, nationaler Direktor für Epidemiologie beim Gesundheitsministerium, erklärte, dass Menschen, die aus China, Japan und Südkorea nach Kuba einreisen und spezifische Symptome des Coronavirus aufweisen, einer genauen Diagnose unterzogen, aber nicht isoliert werden. Insbesondere Reisende aus China werden mit einem Scanner und einem digitalen Thermometer untersucht. Auch wenn sie kein Fieber oder andere Symptome haben, werden sie an die Gesundheitszentren nahe ihrer Aufenthaltsorte weitervermittelt, damit sie dort regelmäßig ärztlich betreut werden können. Für die verstärkten Kontrollen an den Grenzen seien Mitarbeiter aus dem Gesundheits- und Tourismusbereich sowie dem Zoll eigens geschult worden, so der Arzt Carmelo Trujillo, Leiter der Abteilung für internationale Gesundheitskontrolle des Minsap. Es gebe keinerlei Beschränkungen für Reisende aus irgendeinem Land.

Das kubanische Pharmakon "Rekombinantes Interferon alfa 2b (IFNrec)" ist indes eines von 30 ausgewählten Medikamenten, um das Coronavirus zu bekämpfen. Es soll bisher bereits über 1.500 Patienten geheilt haben. Wie die kubanische Botschaft in China mitteilte, wird es seit dem 25. Januar im chinesisch-kubanischen Werk Chanheber in der Provinz Jilin produziert.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr