Mexiko / Umwelt / Wirtschaft

Ein Sieg für die Maya-Gemeinden in Mexiko gegen Massentierhalter

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Maya-Gemeinden haben die Schließung von vier Schweinefarmen erreicht
Maya-Gemeinden haben die Schließung von vier Schweinefarmen erreicht

Yucatán, Mexiko. Mitglieder von 21 Maya-Gemeinden haben mit ihrer Klage die Schließung von vier Schweinefarmen erreicht. Der Oberste Gerichtshof von Mexiko (SCJN) bestätigte die Suspendierung der Betriebe, die zur Industriegruppe Kekén gehören.

Die Klage war bereits im November 2020 von insgesamt 52 Bürgerinnen und Bürgern der Maya-Gemeinden erhoben worden und richtete sich gegen Umweltschäden durch die Massentierhaltung sowie gegen die Missachtung von Menschenrechten. Die Bundestaatsanwaltschaft für Umweltschutz (Profepa) hatte bereits angekündigt, in den Gemeinden Maxcanú, Kinchil, Opichén und Mérida vier Schweinefarmen wegen fehlender Umweltverträglichkeitsgenehmigungen und der Beeinträchtigung der Artenvielfalt in der Region zu schließen. Des Weiteren wurde die Verletzung der Rechte der Maya-Gemeinden auf Information, Konsultation und deren fehlende Zustimmung beanstandet.

Im Mai diesen Jahres gab die Profepa schließlich über Twitter bekannt, dass Inspektionsbesuche in vier Schweinebetrieben durchgeführt würden, die sich in den genannten Gemeinden befinden. Diese Inspektionen führten "wegen fehlender Umweltverträglichkeitsgenehmigungen, wegen Beeinträchtigung der Artenvielfalt, wegen Nichtvorlage der Ergebnisse ihrer Abwassereinleitungen und wegen unzureichendem Management und Umgang mit ihrem gefährlichen Abfall“ zu vier Betriebsschließungen.

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Die wachsende Viehzuchtindustrie hat dazu geführt, dass die Politik und die Gesetze nicht Schritt halten können. Die größte Massentierhalter der Region, Kekén, betreibt um die 120 Farmen in Yucatán mit um die 60.000 Tieren und 4.500 Arbeitern. 30 Prozent seiner Produktion wird exportiert, unter anderem auch nach China. Den Farmen wird der Verbrauch von 42 Prozent des Wassers des Bundesstaates Yucatán angelastet. Er gibt ein erhöhtes Risiko einer Verunreinigung des Grundwasserleiters mit Abfällen aus der Schweineproduktion.

Die lokalen und föderalen Behörden gelten eher als Förderer der Massentierproduktion. In der Vergangenheit hatte die Regierung Peña Nieto's viel Werbung dafür gemacht und die Regierung AMLO wird dafür kritisiert, dass sie diese Politik weiterführen wolle.

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