Antigua und Barbuda kündigt Referendum zur Trennung von der britischen Monarchie an

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Die "Royals" Prinz Edward und Sophie, Countess of Wessex, besuchten Antigua und Barbuda im April. Rechts Premier Browne und seine Ehefrau Maria Bird-Browne
Die "Royals" Prinz Edward und Sophie, Countess of Wessex, besuchten Antigua und Barbuda im April. Rechts Premier Browne und seine Ehefrau Maria Bird-Browne

Saint John’s. Der Premierminister von Antigua und Barbuda, Gaston Browne, will innerhalb von drei Jahren ein Referendum abhalten, bei dem die Bevölkerung entscheiden soll, ob sie Teil der britischen Monarchie bleiben oder eine Republik ausrufen möchte.

Entsprechende Äußerungen fielen wenige Tage nach dem Ableben der britischen Königin Elisabeth II. Der Premierminister betonte, dies sei "keine Form von Respektlosigkeit“ und "weder ein Akt der Feindseligkeit noch ein Dissenz zwischen Antigua und Barbuda und der Monarchie".

"Es ist ein letzter Schritt, um den Bogen zur Unabhängigkeit zu schließen und eine wirklich souveräne Nation zu werden", so die Position von Browne, der 2014 mit seiner Labour Party auf der Karibikinsel in die Regierung gewählt wurde.

Browne unterzeichnete zuvor die Proklamation, in der der Status des neuen Königs, Charles III. von England, nach dem Tod Elisabeth II. bestätigt wurde. Antigua und Barbuda ist eines von 14 Ländern, die die britische Monarchie als Staatsoberhaupt beibehalten haben.

Bereits Anfang des Jahres hatte der Premier sich anlässlich eines Besuchs des Herzogs und der Herzogin von Cambridge, William und Kate, auf Belize, Jamaika und den Bahamas dafür ausgesprochen, dass diese Frage der Bevölkerung seines Landes in einem Referendum vorgelegt wird. Er selber hat dabei deutlich gemacht, dass er die Ablösung der Monarchie und die Einführung einer Republik anstrebt.

Die Karibikreise der britischen Königsfamilie im März dieses Jahres wurde von Kritik und Protesten begleitet. Von verschiedenen Seiten wurde die Forderung laut, dass das adelige Paar sich für die Sklaverei des britischen Empires entschuldigt und zugesteht, dass Reparationen angebracht sind (amerika21 berichtete).

In Belize schlug ein Landstreit zwischen indigenen Gemeinden und der britischen Naturschutzorganisation "Fauna & Flora International", deren "königlicher Patron" seit 2020 Prinz William ist, hohe Wellen. Demonstrierende hoben auf Plakaten die koloniale Tradition von Landraub hervor und stellten den aktuellen Fall als Fortsetzung einer jahrhundertealten Tradition illegaler britischer Landnahme dar.

Im vergangenen Jahr hat der Karibikstaat Barbados seine letzten konstitutionellen Bindungen an Großbritannien gelöst und sich zur Republik erklärt. Es war das erste Mal seit fast drei Jahrzehnten, dass sich eine frühere Kolonie dafür entschied, den britischen Monarchen als Staatsoberhaupt abzusetzen.

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