Trump droht Kolumbien und Mexiko, auch Kuba würde "fallen"

Nach dem Angriff in Venezuela verschärft Trump den Ton. Er prüft eine Operation in Kolumbien. Mexiko soll den Drogenhandel stoppen, sonst will Washington handeln. Kuba stehe vor dem Fall, Militärintervention "nicht nötig"

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Trump wird auch in den USA kritisiert
Trump wird auch in den USA kritisiert

Washington. Nach dem umstrittenen Angriff des US-Militär in Venezuela hat Präsident Donald Trump seine Rhetorik gegen weitere Länder Lateinamerikas erheblich verschärft. Er erklärte, eine "Operation mit denselben Merkmalen" auch in Kolumbien durchführen zu wollen. In Kuba sei dies "nicht notwendig". "Ich weiß nicht, wie sie sich halten wollen", sagte er mit Blick auf den Inselstaat. Allein diese Drohungen verstossen gegen völkerrechtliche, internationale Vereinbarungen.

Trump erklärte, Kolumbien sei "sehr krank" und werde von einem "kranken Mann" geführt, der angeblich Kokain produziere und in die Vereinigten Staaten exportiere. Auf die Frage, ob eine "militärische Operation" in Kolumbien in Betracht komme, antwortete Trump: "Klingt gut für mich". Diese Aussage wird als Drohung mit einer weiteren Intervention gewertet.

Gleichzeitig sagte Trump, Kuba sei "bereit zu fallen", da es ohne venezolanisches Öl wirtschaftlich stark geschwächt sei. Er deutete damit an, dass der Inselstaat möglicherweise unter Druck zusammenbrechen könnte, ohne direkte US-Militäraktion.

Im Gespräch mit Journalisten kritisierte er zudem Mexiko wegen des angeblichen anhaltenden Drogenschmuggels über sein Territorium in die Vereinigten Staaten: Mexiko "muss sich zusammenreißen" und etwas unternehmen, weil Drogen "durch Mexiko hindurchströmen". Andernfalls drohte er damit, Washington werde "etwas tun müssen". Er habe mehrfach angeboten, US-Truppen zu schicken, um zu helfen, was Präsidentin Claudia Sheinbaum jedoch abgelehnt habe. Nun müsse er erwägen, auch ohne eine Erlaubnis zu intervenieren.

Kolumbiens Präsident Gustavo Petro kritisierte die Drohungen und bezeichnete sie als illegitime Einmischung in die inneren Angelegenheiten seines Landes. Er rief zur Einheit in Lateinamerika auf, während er zugleich die Verteidigung der nationalen Souveränität betonte. Petro wies zudem die Vorwürfe gegen ihn zurück und betonte, sein Name tauche in keiner Ermittlung auf. Er forderte Trump auf, "mit den Verleumdungen aufzuhören". Gleichzeitig erklärte Petro, er werde die Loyalität der Sicherheitskräfte stärken und jede US-Intervention entschieden ablehnen.

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Auch Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum verurteilte sowohl den Überfall auf Venezuela als auch jegliche Vorstellung von US-Militäreinsätzen auf mexikanischem Gebiet. Sie bekräftigte, Mexiko werde seine Souveränität verteidigen und lehne aus verfassungsrechtlichen Gründen jede militärische Einmischung ab. Gleichzeitig betonte sie, dass Mexiko kooperieren wolle, aber keine ausländischen Truppen auf ihrem Territorium dulde.

Die kubanische Regierung hat die US-Militäroperation in Venezuela als "Akt staatlichen Terrorismus" verurteilt. Präsident Miguel Díaz-Canel rief zur Solidarität mit Venezuela auf und erklärte, die historische Allianz zwischen Kuba und Venezuela werde trotz des Angriffs nicht aufgegeben. Bei einer Kundgebung vor der US-Botschaft in Havanna betonte er die Entschlossenheit der kubanischen Führung, den Widerstand fortzusetzen.

Zudem kündigte Kuba zwei Tage nationaler Trauer an, nachdem offiziellen Angaben zufolge 32 kubanische Militär- und Geheimdienstangehörige bei der US-Operation in Venezuela getötet wurden. Die Regierung erklärte, diese seien auf Bitte der venezolanischen Behörden dort im Einsatz gewesen.

Die Regierungen von Chile, Kolumbien, Brasilien, Spanien, Mexiko und Uruguay wiesen den Angriff gegen Venezuela zurück und warnten vor dem Präzedenzfall, den dieses Vorgehen für die Zukunft schaffen könnte.