Havanna. Das kubanische Gesundheitsministerium meldet, dass mehr als 32.000 Schwangere durch die verschärfte US-Treibstoffblockade der Insel zusätzlichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt sein werden. Nach offiziellen Angaben könnten zudem die mehr als 61.000 Säuglinge von Einschränkungen in der medizinischen Versorgung betroffen sein. Die instabile Stromversorgung durch die Maßnahmen Washingtons wird zudem die Behandlung von Patienten gefährden, die auf häusliche Beatmung oder Klimatisierung angewiesen sind.
Die Verschärfung der Blockade gegen das Land hat nach Angaben der lokalen Behörden außerdem dazu geführt, dass die Beschaffung von Medikamenten, medizinischen Instrumenten und Ersatzteilen für Krankenhausgeräte erschwert wurde. Verstärkt wird die Problematik durch die sinkende Häufigkeit von Linienflügen und die damit gestiegenen Frachtkosten im Kontext des Imports von Arzneimitteln.
Auch das Operationsaufkommen wird aufgrund der Energiekrise reduziert werden müssen, sodass nur noch Notfalloperationen durchgeführt werden können. Gleichzeitig wird die Versorgung von Patienten mit chronischen Krankheiten dennoch gewährleistet bleiben.
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"Die organisatorischen Maßnahmen, die im Gesundheitswesen begonnen wurden, dienen dazu, die wesentlichen Dienste aufrechtzuerhalten und eine effektive Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Die Gesundheit des Volkes bleibt eine Priorität des Staates", erklärte der kubanische Gesundheitsminister, José Angel Portal Miranda, auf dem Kurznachrichtendienst X.
Zeitgleich nehmen die Anstrengungen zu, um an priorisierten Gesundheitseinrichtungen Solarpanels zu installieren. Nach den verbreiteten Informationen des kubanischen Ministeriums für öffentliche Gesundheit (Minsap) auf X nehmen die Anstrengungen dafür an Fahrt auf. Die Bestrebungen, die das ganze Land umfassen werden, sollen 161 Mutter-Kind-Heime, 156 Altenheime, 305 Tagesstätten für Senioren sowie 556 Polikliniken zugutekommen, ebenso wie weiteren lebenswichtigen Einrichtungen.
So spendeten die Tabakbauern der Provinz Villa Clara im Zentrum des Landes 48 Photovoltaik-Anlagen zur Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung in ihrer Region. Die Spende sichert den laufenden Betrieb der Polikliniken ab. Die Umsetzung startete schon in der Stadt Placetas in der Poliklinik von Falcón.


