Santa Marta. Die erste Internationale Konferenz für den Übergang über fossile Brennstoffe hinaus ist am Mittwoch zu Ende gegangen. An dem Treffen nahmen Vertreter aus 56 Ländern, Delegationen der Europäischen Union, insgesamt mehr als 1.500 Teilnehmende sowie 13 Interessengruppen teil.
Während der fünftägigen Konferenz arbeiteten Regierungsvertreter, internationale Organisationen und Akteure der Zivilgesellschaft zu drei zentralen Themen: der Verringerung der wirtschaftlichen Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, der Umgestaltung der Energiesysteme sowie der Stärkung der internationalen Zusammenarbeit.
Zu den wichtigsten Ergebnissen zählt nach Angaben des kolumbianischen Umweltministeriums die Einrichtung eines wissenschaftlichen Panels für die globale Energiewende. Dieses Gremium soll Fachleute aus den Bereichen Klima, Wirtschaft und Technologie zusammenbringen, um Staaten bei der Entwicklung politischer Strategien zur schrittweisen Reduzierung von Erdöl, Gas und Kohle zu unterstützen. Bis 2035 soll das Panel regelmäßig Beiträge liefern und die Ausarbeitung nationaler Fahrpläne im Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel begleiten.
Darüber hinaus wurde die Einrichtung einer internationalen Koordinierungsgruppe vereinbart. Sie soll bestehende Initiativen vernetzen, Überschneidungen vermeiden und die in Santa Marta angestoßenen Prozesse weiterführen. Beteiligt sind Staaten, Gastgeberländer sowie internationale Akteure der Klimapolitik.
Die Konferenz legte zudem drei Arbeitslinien für die Umsetzung der Energiewende fest. Dazu gehören die Entwicklung nationaler Strategien zur Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, die Analyse wirtschaftlicher und handelspolitischer Auswirkungen der Dekarbonisierung sowie die Vertiefung der internationalen Zusammenarbeit. In diesem Zusammenhang sollen auch bestehende wirtschaftliche Abhängigkeiten sowie Handels- und Investitionsstrukturen berücksichtigt werden.
Ein weiteres Ergebnis ist die geplante zweite Konferenz im Jahr 2027, die von Irland und Tuvalu gemeinsam ausgerichtet werden soll. Bis dahin sind fortlaufende Konsultationen zwischen Staaten, Fachleuten und weiteren Beteiligten vorgesehen. Ergänzend wurde ein Mechanismus zur Koordination eingerichtet, der den Austausch zwischen den beteiligten Akteuren sichern und die Vorbereitung der nächsten Konferenz begleiten soll.
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Den Angaben zufolge stehen die teilnehmenden Länder für rund 20 Prozent der weltweiten Produktion fossiler Brennstoffe und etwa 30 Prozent der globalen Energienachfrage. Vertreter mehrerer europäischer Staaten erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme ihre Unterstützung für die in Santa Marta angestoßenen Prozesse und betonten die Bedeutung multilateraler Zusammenarbeit.
Zugleich wurde angekündigt, die Ergebnisse der Konferenz in multilaterale Prozesse wie die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen einzubringen, um zukünftige Verhandlungen zu unterstützen und bestehende Initiativen zu ergänzen.
Organisationen wie der WWF erklärten, dass die Konferenz Fortschritte bei der Entwicklung konkreter Mechanismen zur Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen sowie bei der internationalen Kooperation ermöglicht habe. Staaten seien aufgefordert, nationale Fahrpläne zu erarbeiten und diese in bestehende klimapolitische Strategien zu integrieren.
Die kolumbianische Umweltministerin Irene Vélez bezeichnete das Treffen als Beginn eines Prozesses zur stärkeren internationalen Koordination der Energiewende und verwies auf die Notwendigkeit, bestehende Maßnahmen weiterzuentwickeln und umzusetzen.
Die Konferenz endete mit dem Ziel, den politischen und technischen Prozess in den kommenden Jahren durch Kooperationsmechanismen und weitere Dialogformate fortzusetzen.

