Nothilfe in Rio: Polizei droht Wucherern mit Haft

Rio de Janeiro. Die Suche nach weiteren Opfern der Erdrutschkatastrophe, die Anfang vergangener Woche nach tagelang andauernden Starkregenfällen Hunderte von Menschenleben in der Bergregion Rio de Janeiros gefordert hatte, gingen am heutigen Montag in den sechsten Tag. Noch immer werden Opfer geborgen und Menschen von ihren Angehörigen als vermisst gemeldet.

Der Zivilschutz zählte 633 Todesopfer, von denen bislang 625 identifiziert werden konnten. Dies berichtet die Tageszeitung Globo in ihrer heutigen Onlineausgabe. In der Siedlung Nova Friburgo waren demnach alleine 287 Tote zu beklagen, in Teresópolis 271, 56 in Petrópolis und 19 in Sumidouro. Die Zahl der Obdachlos gewordenen Menschen belief sich nach diesen Informationen auf 13.830 Personen.

Indes zeigten sich Behördenvertreter besorgt über die Versorgung der Menschen in der Region. Hilfsgüter und Sachspenden würden zwar geliefert, aber in noch funktionierenden Geschäften drohten die Preise für knappe Lebensmittel in die Höhe zu schießen. Deswegen ließ der Kommandant der Militärpolizei der Region, Mário Sérgio Duarte, verlauten, dass Wucherpreise nicht geduldet würden. Händler, die die Notsituation zu ausbeuterischen Preissteigerungen auszunutzen versuchten, müssten mit Inhaftierungen rechnen, so der Kommandant gegenüber Globo.

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