Argentinien schließt Abkommen mit Nachbarn

Buenos Aires. Am Freitag trafen in Argentinien die Präsidenten von Paraguay und Uruguay, Fernando Lugo und José Mujica, auf ihre argentinische Kollegin Cristina Fernández de Kirchner. Gemeinsam weihten sie am 61. Geburtstag des im vergangen Jahr verstorbenen, ehemaligen argentinischen Präsidenten Néstor Kirchner zu dessen Ehren das "Casa Patria Grande1" ein. Das Haus soll zur lateinamerikanischen Integration beitragen. "In keiner Epoche war Südamerika so geeint wie jetzt", betonte Fernández. Ein solches Studienzentrum für die Einheit des Kontinents sei immer der Traum ihres Ehemanns gewesen.

Am Abend weihten Fernández und Lugo den Staudamm Yacretá am Grenzfluss Paraná ein, der seit Anfang des Jahres 60 Prozent des argentinischen Strombedarfs decken kann. Fernández erinnerte daran, dass das Projekt bereits vor 37 Jahren zwischen den Machthabern Perón und Stroessner beschlossen wurde, es aber erst dieses Jahr voll in Betrieb gehen konnte. Zudem erlässt Argentinien Paraguay elf Milliarden US-Dollar Schulden aus der Baufinanzierung. Die restlichen sechs Milliarden werden über den erzeugten Strom bis 2013 abbezahlt.

Zuvor waren bereits Mujica und Fernández zusammengekommen. Sie vereinbarten den Bau einer gemeinsamen Gasplattform an der Küste Uruguays. Das rund 13 Millionen Euro teure Projekt soll die beiden Länder ab 2013 für mindestens 15 Jahre mit Naturgas beliefern. Darüberhinaus teilte Mujica sein Sorge über die Verschärfungen bei argentinischen Einfuhrbestimmungen mit, welche den Handel der Nachbarstaaten erschwere. In einer gemeinsamen Kommission solle fortan über jedes einzuführende Produkt verhandelt werden.

  • 1. Patria Grande: Lateinamerikanische Idee einer gemeinsamen, befreiten Nation
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