Bolivien / Wirtschaft

Boliviens Wirtschaftsminister erwartet weiteres Wachstum

La Paz. Boliviens Wirtschaftsminister Luis Acre sieht die wirtschaftliche Entwicklung seines Landes weiter positiv. Die internationale Bewertung der Ökonomie des Andenstaates zeige, dass das Wirtschaftswachstum weiter anhalten werde, sagte Acre laut der regierungsnahen Nachrichtenagentur ABI bei der Vorstellung seines Jahresberichts. Der Minister teilte mit, dass in den ersten beiden Monaten dieses Jahres die Wirtschaft seines Landes um 6,29 Prozent gewachsen sei, im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 2,69 Prozent.

Acre: "Wir sind als Bolivianer stolz darauf, eine der gefestigten Ökonomien Lateinamerikas zu haben." Im vergangenen Jahr leistete Bolivien gut 1,5 Milliarden Dollar an öffentlichen Investitionen, zwei Drittel davon konnte das Land durch eigene Reserven aufbrungen, ein Drittel wurde mit ausländischen Krediten bestritten. Insgesamt betragen die Währungsreserven Boliviens derzeit knapp 10,7 Milliarden US-Dollar.

Kredite auf dem internationalen Kapitalmarkt werden in Zukunft für das ärmste Land Südamerikas billiger, nachdem in der vergangenen Woche die Ratingagentur Standard & Poor's als letzte der drei großen Agenturen die Bewertung auf B+ gesetzt hatte. Hintergrund dieser Bewertung ist unter anderem der sinkende Anteil der Staatsschulden am Bruttoinlandsprodukt. 2008 waren es noch 48 Prozent, 2010 ist die Zahl auf 40 Prozent gefallen. Wenn die Entwicklung sich fortsetze, sei eine weitere Hochstufung möglich, sagte ein Kreditanalyst dem Wall Street Journal. Die Bewertung B+ bedeutet im System der Rating-Agenturen, dass es sich um eine "hoch-spekulative Anlage" handelt, bei Verschlechterung der Lage ist mit Ausfällen zu rechnen.

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