Caracas. Unter heftiger Kritik und begleitet von Boykottaufrufen der rechtsgerichteten Opposition hat in Venezuela Ende der Woche eine Volkszählung begonnen. Die Regierung des südamerikanischen Landes will die Daten nach eigenen Angaben unter anderem nutzen, um sozialpolitische Maßnahmen besser planen zu können.
Wie das Nationale Statistikinstitut INE mitteilte, werden insgesamt 18.000 Mitarbeiter eingesetzt, um die Bevölkerung zu befragen. Der Katalog umfasst insgesamt 69 Fragen zu Lebensverhältnissen, Beruf, Wohnverhältnissen und anderen Aspekten.
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Wie im polarisierten politischen Klima Venezuelas üblich, übten Parteien der rechtsgerichteten Opposition gegen die sozialistische Regierung harsche Kritik an der Umfrage. Der Vorsitzende der kleinen christdemokratischen Partei Copei, Roberto Enríquez, erinnerte in Gesprächen mit der Presse daran, dass jeder Bürger das Recht habe, einzelne Fragen nicht zu beantworten. Zugleich mahnte Enríquez aber, die Mitarbeiter des INE nicht persönlich anzugreifen.
Der Präsident des INE, Ellías Eljuri, kritisierte diese Haltung der Opposition. Die Fragen orientierten sich an ähnlichen Volkszählungen weltweit und die Kampagne der Rechten verhindere verwertbare Ergebnisse, so Eljuri.

