Mexiko / Menschenrechte

Mexiko: Indigener Friedensaktivist ermordet

Mexico-Stadt. Am 6. Oktober wurde Pedro Leiva Dominguez, Repräsentant der Nahua-Gemeinde Santa María de Ostula im mexikanischen Bundesstaat Michoacán, erschossen. Gemäß eines Pressecommuniqués der Gemeinde werden die Täter unter den Paramilitärs vermutet, welche die widerständige indigene Gemeinde seit zwei Jahren belagern und in dieser Zeit 30 Gemeindemitglieder ermordeten sowie fünf weitere entführten und verschwinden ließen.

Pedro Leiva, Sohn des Vorstehenden des Gemeindelandrats, repräsentierte seine Gemeinde im Rahmen der mexikanischen "Bewegung für einen Frieden mit Gerechtigkeit und Würde", die vom Dichter Javier Sicília angeführt wird. In dieser Funktion beteiligte sich Leiva an Verhandlungen mit der mexikanischen Regierung.

In Santa María de Ostula sowie in Cherán, ebenfalls Michoacán, haben die indigenen Behörden unabhängig vom korrupten Staatsapparat eine autonome Gemeindepolizei eingerichtet, um dem Raubbau an Naturressourcen und der Kriminalität Einhalt zu gebieten. Im benachbarten Guerrero zählt eine ganze Region namens La Montaña auf ihr indigenes Rechtssystem. Weitere 55 Gemeinden in der Region Atoyac erklärten diese Woche, angesichts des Staatsversagens in Fragen der öffentlichen Sicherheit dem Beispiel zu folgen.

Unterstützen Sie amerika21 mit einer Spende via Flattr