Palästinenserpräsident Abbas beendet Lateinamerika-Rundreise

Caracas. Mit einem Besuch in der venezolanischen Hauptstadt Caracas hat der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmut Abbas, am Dienstag seine Lateinamerika-Rundreise beendet. Bei seiner letzten Station in Venezuela sicherte der Präsident des südamerikanischen Landes, Hugo Chávez, seinem Amtskollegen politische Unterstützung für den Versuch zu, einen Platz in der Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) zu erlangen. Die palästinensische Autonomiebehörde hatte im September einen entsprechenden Antrag gestellt. Darüber hinaus kündigte Chávez an, dass eine bilaterale Kommission eingerichtet werde, die den Austausch zwischen den beiden Ländern koordinieren soll. Vor allem im Bildungsbereich, in der Landwirtschaft und im Handel solle kooperiert werden. Aktuell studierten bereits 37 Palästinenser im Rahmen eines Austauschprogramms in Venezuela Medizin, so Chávez. Dieser Austausch werde fortgesetzt. Darüber hinaus werde in Palästina ein Krankenhaus gebaut, erklärte der venezolanische Präsident.

Zuvor hatte Mahmut Abbas die Dominikanische Republik, El Salvador und Kolumbien besucht. Während die Präsidenten der ersten beiden Länder, Leonel Fernández und Mauricio Funes, ebenfalls ihre Zustimmung zur Anerkennung Palästinas versicherten, zeigte sich die kolumbianische Regierung wie gewohnt an der Seite ihres Partner Israel. Zwar wolle man einen palästinensischen Staat, so der kolumbianische Präsident Manuel Santos, jedoch müsse dieser durch Verhandlungen mit Israel geschaffen werden und nicht durch eine einseitige Anerkennung. Kolumbien, das aktuell einen nicht ständigen Sitz im Sicherheitsrat der UN inne hat, werde sich bei der Abstimmung enthalten. Gleichzeitig bot sich Santos als Vermittlungspartner zwischen Israel und Palästina an.

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