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Kontroverse um spanischen Kolonialschatz

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Versenkung der "Nuestra Señora de las Mercedes" in einem Gemälde
Versenkung der "Nuestra Señora de las Mercedes" 1804 in einem Gemälde des britischen Künstlers Francis Sartorius

Lima/Madrid. Die Rückführung eines kolonialen Goldschatzes aus den USA nach Spanien sorgt in Lateinamerika für Kritik. Perus Regierung hat nun Anspruch auf die rund 17 Tonnen Gold und Silber erhoben, die sich an Bord des 1804 vor der Küste der südspanischen Region Andalusien von britischen Seestreitkräften versenkten Kriegsschiffes "Nuestra Señora de las Mercedes" befunden hat. Der Schatz war vor wenigen Jahren von einer US-amerikanischen Schatzsucherfirma in spanischen Gewässern gehoben und nach Florida geschafft worden. Ein US-Gericht entschied, dass der Fund Spanien zusteht, wohin er nun zurückkehrte.

Perus Botschafter in Washington, Harold Forsyth, sagte nun, sein Land werde die Ansprüche auf den Schatz nicht aufgeben, auch wenn dies schwer werde. "Rechtlich sieht es für uns nicht gut aus", sagte der Diplomat in einem Radiointerview, weil alle Instanzen ausgeschöpft seien. Nach Ansicht der peruanischen Regierung wurde das Gold und Silber von dem spanischen Kolonialregime illegal aus dem damaligen Vizekönigreich Peru herausgeschafft.

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In einem Kommentar für das Internetportal rebelion.org weist der Historiker Luis-Martín Cabrera darauf hin, dass sich mit den USA, Spanien und (dem für die Versenkung verantwortlichen) Großbritannien drei Kolonial- und Hegemonialmächte um den Schatz streiten. "Dabei sind die einzigen wirklichen Erben dieses ‚Schatzes’ die Indigenen in Peru und Bolivien, die nicht nur die Besitzer der Naturreichtümer waren, sondern auch in den Minen ausgebeutet wurden", so Cabrera.

Ähnlich wird das Thema im deutschen Leserforum von tagesschau.de kommentiert. "Dieses Gold sollte zu Teilen auf die lateinamerikanischen Staaten aufgeteilt werden", schreibt dort ein User: "Auch ist mir nicht bekannt, ob Spanien je erwähnt hat, dass dieses Gold durch Völkermord und Sklaverei ‚erwirtschaftet’ wurde", heißt es in dem Kommentar weiter.

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