Bayern will gentechnikfreies Soja aus Brasilien

München/São Paulo. Bayern will künftig mehr gentechnikfreies Sojafutter importieren. Hierfür unterzeichnete Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) in der vergangenen Woche eine gemeinsame Erklärung mit dem Präsidenten des brasilianischen Verbands für gentechnikfreien Anbau von Ackerfrüchten (ABRANGE), César Borges de Sousa. Dies teilte das bayrische Landwirtschaftsministerium mit. Außerdem planten der Freistaat und sein brasilianischer Partner eine dauerhafte Zusammenarbeit beim Anbau und der Verwertung von gentechnikfreiem Soja.

Für rasche Fortschritte solle eine Arbeitsgruppe sorgen, in der neben Vertretern von ABRANGE und Ministerium auch der bayerische Landhandel beteiligt sein werde, heißt es in der Pressemitteilung des Ministeriums. De Sousa sicherte demnach zu, die Lieferung auch größerer Mengen gentechnikfreier Ware dauerhaft garantieren zu können. Die in seinem Verband zusammengeschlossenen Unternehmen produzieren derzeit jährlich rund sieben Millionen Tonnen gentechnikfreie Sojafuttermittel. Hauptabnehmer sind neben einigen europäischen Staaten Japan und Südkorea.

Nach Bayern werden derzeit jährlich rund 800.000 Tonnen Soja als Eiweißfutter für Rinder, Schweine und Hühner importiert – vor allem aus Argentinien, Brasilien und USA. Der größte Teil des dort erzeugten Sojas ist aber gentechnisch verändert – mit steigender Tendenz. Insgesamt werden nach Deutschland etwa 3,5 Millionen Tonnen Soja (Zahlen aus dem Jahr 2010) jährlich importiert, davon stammt nach Angaben des Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland eine Million aus Brasilien.

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