Mexiko / Soziales

Nahrungsmittelkrise betrifft 40 Prozent der Indigenen

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Acht von zehn Indigenen in Mexiko leben in Armut
Acht von zehn Indigenen in Mexiko leben in Armut

Mexiko-Stadt. Mindestens 40,5 Prozent der sieben Millionen in Mexiko registrierten indigenen Landbevölkerung sind von einer extremen Ernährungskrise betroffen. Dies geht aus einer Studie des mexikanischen Nationalrats für die Bewertung der sozialen Entwicklung hervor. Die Nahrungsunterversorgung sei auf "den Auschluss und die Ausgrenzung" der indigenen Gemeinschaften zurückzuführen.

Laut Bericht lebten acht von zehn der betroffenen Menschen in Armut. Die Unternährung indigener Kinder übersteige den nationalen Durchschnitt um das Zweifache. Mit ein Grund für die bestehende Krise sei die kontinuierliche Preiserhöhung der Lebensmittel. Seit 2005 haben diese einen Preisanstieg von 45 Prozent erfahren.

Der nicht garantierte Zugang zu Nahrungsmitteln habe in einigen Gemeinschaften verheerende Folgen gehabt und zu Suiziden geführt. Ramón Gardea, Vertreter der Bauernorganisation Frente Organizado de Campesinos Indígenas prangerte im Januar dieses Jahres den Tod von 50 Rarámuris an, die Selbstmord begangen hatten, nachdem es ihnen nicht gelungen war, Nahrungsmittel für sich und ihre Kinder zu beschaffen. Die Todesfälle wurden überwiegend im Bundesstaat Chihuahua registriert. Diese im Norden des Landes liegende Region ist vor allem von der seit Anfang des Jahres andauernden Dürrekatastrophe betroffen. 

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