Protest gegen REDD+-Programm der Vereinten Nationen

San Cristóbal. Verschiedene kleinbäuerliche und indigene Basisorganisationen sowie Umwelt- und Menschenrechtsgruppen aus Süd- und Mittelamerika protestieren gegen eine am heutigen Dienstag beginnende Tagung des REDD+-Programms der Vereinten Nationen. Anlass ist ein Treffen von Regionalregierungen sechs verschiedener Länder vom 25. bis zum 27. September in der südmexikanischen Stadt San Cristóbal. Ziel der Konferenz sei es, eine Politik zu entwickeln, durch die tropische Wälder zur Privatisierung freigegeben werden, kritisieren die Unterzeichner der Erklärung.

Das Programm "Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation" (REDD+) ist im Prozess der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) und dem Mechanismus für saubere Entwicklung entstanden. Die 17 auf der Konferenz vertretenen Regionalregierungen befinden sich in den Ländern Mexiko, Indonesien, Brasilien, USA, Peru und Nigeria.

Das Programm unterstützt den CO2-Handel, welcher die Verschmutzung durch Unternehmen und Länder des Nordens zulässt, wenn sie im Ausgleich Klimaschutzprojekte in den Ländern des globalen Südens fördern. Die Aktivisten kritisieren in einer Erklärung, dass unter dem Vorwand des Umweltschutzes Ressourcen und "natürliche Dienstleistungen des Planeten" im privaten Interesse angeeignet werden. Desweiteren würde die nicht-nachhaltige Produktion von Agrotreibstoffen beschönigt, denn teilweise bestehen REDD+-Aufforstungsprojekte aus Monokulturpflanzungen, die zur Produktion von so genannten Biotreibstoffen verwendet werden.

Bisherige Erfahrungen mit dem Programm hätten gezeigt, dass das Programm auch Menschenrechtsverletzungen fördere. So kam es zur Enteignung und zur Vertreibungen von Menschen aus indigenem Territorium, das auf Bepflanzungsprojekte vorbereitet wurde. Parallel zur kritisierten Konferenz führen soziale Bewegungen ein Forum durch, um über die Gefahren von REDD+ zu informieren und Gegenmaßnahmen zu planen.

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