Papierstreit am Rio Uruguay beigelegt

Präsidenten schließen Abkommen: Verschmutzung des Grenzflusses soll von beiden Staaten kontrolliert werden. Konflikt scheint überwunden

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Erster Erfolg: Protest von Umweltaktivisten
Erster Erfolg: Protest von Umweltaktivisten

Buenos Aires. Die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner und ihr uruguayischer Amtskollege José Mujica haben am Mittwoch ein Abkommen zur gemeinsamen Kontrolle der Verschmutzung des Grenzflusses Uruguay durch Zellulosefabriken unterzeichnet. Das verkündeten die Außenminister in einer gemeinsamen Pressekonferenz. Das Abkommen beendet einen jahrelangen Streit zwischen beiden Staaten.

Der Vertrag ist das Ergebnis mehrerer Treffen beider Staatsoberhäupter in den letzten Wochen. Dementsprechend zufrieden zeigten sie sich beide Seiten: "Es erfüllt mich voll Stolz und Freude, an diesen Punkt gelangt zu sein", so der argentinische Außenminister Héctor Timerman. Auf uruguayischer Seite griff die Begeisterung quer durch alle politischen Lager. Selbst Luis Alberto Lacalle, im Herbst noch härtester Konkurrent Mujicas um die Präsidentschaft, ließ sich zu einem Lob hinreißen.

Dem Abkommen zufolge ist fortan eine Kommission aus je zwei Wissenschaftlern beider Länder für die Überwachung der Verschmutzung durch anliegende Industrieanlagen verantwortlich. Im Fokus stehen zunächst die Zellulosefabrik der finnischen Firma UPM-Botnia auf uruguayischer Seite sowie die Flussmündung des Gualeguaychú auf argentinischer Seite, durch den die Abwässer eines Industrieparks in den Uruguay gelangen. Die Wissenschaftler werden dabei jeweils von den nationalen Umweltinstituten begleitet, können ihre Arbeit aber unabhängig durchführen und auswerten. Der Vertrag berechtigt sie zu zwölf Untersuchungen im Jahr in den durchweg privaten Fabriken. Das Abkommen regelt auch die unmittelbare Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse.

Der Weg zum Abkommen war auch durch ein Urteil des Internationalen Gerichtshofs im niederländischen Den Haag im Juni diesen Jahres geebnet worden.

Seit 2005 befanden sich die Nachbarländer im Streit um die Verschmutzung durch die finnische Zellulosefabrik auf uruguayischem Territorium. Vor allem Umweltaktivisten aus der argentinischen Grenzstadt Gualeguaychú verschafften ihren Sorgen öffentliches Gehör. Auch dem neuen Abkommen stehen sie kritisch gegenüber: "Ich glaube nicht, dass man mit maximal zwölf Untersuchungen im Jahr die von Den Haag und uns geforderte kontinuierliche Kontrolle gewährleisten kann, so der Umweltaktivist Juan Veronessi.

Die Umweltschützer blockierten mehrere Jahre lang die Grenzbrücke, was für ernsthafte finanzielle Einbußen auf uruguayischer Seite sorgte.

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